Paris – ein literarischer Bericht

Anfang August war ich zum zweiten Mal dieses Jahr in Paris. Der erste Besuch im März führte zu einem Bericht auf Literaturschock.de, in dem ich über literarisch verarbeitete Schauplätze aus Paris berichtet habe.

Vor meiner zweiten Reise habe ich mich gefragt, ob ich nicht wieder einen ähnlichenBericht verfassen sollte und stieß dabei auf das WP_20150830_11_42_39_ProBuch „Paris – LiterarischeSpaziergänge“ von Uwe Schultz.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, einen einzigen Spaziergang von Anfang bis Ende durchzuziehen. Das Wetter war so gut, dass ich oftmals einfach gedankenverloren irgendwo stand oder saß und das Leben in Paris genossen habe. Nichtsdestotrotz habe ich einige Bauwerke besucht, die einen literarischen Bezug haben. Diese möchte ich euch folgend gerne vorstellen und wer weiß, vielleicht habt ihr mit meinem Bericht ebenso viel Spaß wie ich ihn haben werde, wenn ich in Gedanken wieder durch die Pariser Straßen wandele.

Zunächst konnte ich bereits am zweiten Tag das Quartier latin besuchen, eines der bekanntesten Viertel von Paris. Früher war dieses Viertel das Universitätsviertel schlechthin, inszwischen ist es nur noch eines von vielen, aber immer noch sehr sehenswert. Hier findet man beispielsweise die Universität Sorbonne. Honoré Balzac, welcher zudem auch auf dem bekanntesten Friedhof von Paris begraben ist, sagte, dass man das Leben nur kennt, wer in diesem Viertel gelebt hat.
Auf dieser Seite der Seine findet man zudem die Kathedrale Notre-Dame. Im Laufe der Zeit zWP_20150806_13_12_37_Proeigten sich einige Künstler – wie Victor Hugo – sehr angetan von diesem Monument, wohingegen andere – beispielsweise Theodor Fontane – weniger beeindruckt waren.
Auch die Conciergerie lässt sich hier finden. Dazu aber später mehr.

Im Viertel Saint-Germain-des-Prés liegt der Jardin du Luxembourg. Auf dem Weg dorthin sind wir am Pantheon vorbei gegangen, der Grabstätte von Victor Hugo oder Voltaire.
Der Jardin du Louxemburg wurde ebenfalls literarisch verarbeitet. Erich Kästner hat seine Liebe im Gedicht „Jardin du Louxembourg“ Ausdruck verlieren. Im Garten befindet sich das Palais du Louxemburg, welcher von Maria von Medici in Auftrag gegeben wurde. Heute ist das Gebäude WP_20150804_15_08_59_Proder Sitz des Senats.
Innerhalb des Gartens gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, auf einer Wasserfläche kleine Holzbotte schwimmen zu lassen. Im Sommer ist dies bei Kindern sehr beliebt. Auch diese Kleinigkeit findet in der Literatur Erwähnung, beispielsweise in der Romantrilogie „Wie eine Träne im Ozean“ von Manès Sperber. Verborgen in einer Nische des Gartens kann man den Medici-BrunWP_20150804_15_02_13_Pronen bewundern, der auch von Künstlern sehr geschätzt wird. Als wir – „wir“ im Sinne von einige aus meiner Sprachschule und ich – dort waren, konnten wir einer Malerin dabei zusehen, wie sie den Brunnen malte.

Während meiner Zeit in Paris habe ich viele Stunden damit zugebracht, an der Seine entlang zu gehen. Paris ist im Sommer einfach wunderschön! Geht man nun also dort entlang, trifft man irgendwann auf das Institut de France, dem Sitz der Académie francaise. Das InstituWP_20150814_10_53_39_Prot liegt direkt an der Pont Arts, der Brücke, die für die Liebesschlösser bekannt war. Heinrich Heine zeigte sich übrigens damals wenig beeindruckt von dem Institut und seinen Akademikern.

Das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm, hat seinerzeit zu vielen Konflikten geführt. Viele Künstler fanden ihn einfach nur hässlich. LWP_20150813_14_47_13_Proéon Tourneau erstellte ein Gedicht zum Monument, veröffentlichte es dann aber doch unter einem Pseudonym, damit sein Ansehen keinen Schaden nahm.
Was für viele Touristen und damals für viele Besucher der Weltausstellung ein Wunderwerk war, hinterließ bei vielen Franzosen keinen guten Eindruck.
Rund um den Eiffenturm lassen sich viele Museen finden sowie der Palais de Tokyo, eine Erinnerung an die letzte Weltausstellung.

In dem Gebiet streifen so manche literarische Gestalten nachts umher, vor allem auf der Suche nach sich selbst.

Ebenso bekannt wie der Eiffelturm ist der Triumphbogen und die Champs ElyséeWP_20150807_13_02_56_Pro mit dem Place de la Concorde am Ende.

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Victor Hugo hat ein Gedicht mit dem Titel „An den Triumphbogen“ verfasst. Doch auch in dem Bereich rund um dieses Monument wurden einige literarische Charaktere auf die Reise geschickt. Auch Franz Kafka ist die Champs Elysées entlang gewandert, richtig beeindruckt zeigte er sich aber nicht. Heinrich Heine ist übrigens in der Nähe gestorben.

Auch der Place de la Concorde wurde oftmals zum Schauplatz verschiedener Dichter unWP_20150807_14_12_58_Prod Künstler. Friedrich Sieburg und Antoine de Saint-Exupéry sollen sich zudem im Zweiten Weltkrieg an diesem Platz begegnet sein. Zumindest schreibt Ersterer dies in seinem Tagebuch.

Natürlich war auch Monmarte mit Sacré-Cœur eines meiner Ziele. Inzwischen ist dieses Viertel voll mit kleinen Touristengeschäften und man kann keinen Meter gehen ohne irgend etwas angeboten zu bekommen. Trotzdem ist Sacré-Cœur immer eine Reise wert. Die Kirche ist wunderschön und von oben hat man eine wunderbare Aussicht auf Paris. WP_20150805_14_07_56_Pro
Viele Künstler haben den eben genannten Aspekt bemägelt: Ruhe und Kunst sind kommerziellen Aspekten gewichen, wie schon Wolfgang Koeppen bemängelte.
Folgt man den Angaben im Buch kommt man irgendwann zum Palais Royal, der nur wenige hundert Meter vom Louvre entfernt liegt. Gustave Flaubert oder Jean Cocteau haben ihre Gedanken zu diesem Bauwerk kundgetan oder ihre Romanfiguren in diesen Gebäuden wandeln lassen.

Wie gerade schin angesprochen, ist der Louvre nicht weit entfernt an dieser Stelle. Nicht nur der Louvre selbst, der beispielsweise Dan Browns Charaktere als Schauplatz dient, sondern auch der Jardin des Tuileries ist KernsWP_20150814_12_12_21_Protück einiger Dichtungen geworden. Oscar Wilde, der auf dem Friedhof Père Lachaise begraben ist, hat dem Garten ein Stück gewirdmet.
Geht man die Seine dann ein Stück entlang, sieht man auf der anderen Seite die 11091149_809347072486242_936329421_nConciergerie, das Justizgebäude von Paris und früheres Gefängnis. Hier wurde beispielsweise Marie Antoinette bis zu ihrer Hinrichtung gefangen gehalten. Georg Büchner war einer von vielen, die dieses Gebäude zum Mittelpunkt ihrer Geschichte machten.
Die beiden Seine-Seiten werden durch die Brücke Pont Neuf verbunden, ein ehemaliger Handelsplatz und eine der bekanntesten Brücken von Paris.

Ich habe übrigens bewusst nicht alle literarischen Bezüge dargestellt, welche sich in dem Buch finden lassen. Sowohl das Buch als auch eine Reise nach Paris sind es wert, dass man sich damit beschäftigt. Daher soll mein kleiner Bericht höchstens als Anreiz diesen, sich mit beidem zu beschäftigen.
Zugegeben: ich war schon öfters in Paris und habe einiges gesehen, trotzdem bilde ich mir nicht ein, auch nur annähernd alles gesehen zu haben. Paris hat noch viel, viel mehr zu bieten. Es können noch mehr Häuser, Straßen und Schauplätze gefunden werden, an denen sich Schriftsteller, Dichter, Künstler oder Romanfiguren aufgehalten haben. In meinem ersten literarischen Bericht (http://www.literaturschock.de/foeljetong/literaturgespraeche/literarische-reise-durch-paris) habe ich beispielsweise noch von dem Haus von Victor Hugo berichtet, verschiedene zeitgenössische Romane nach Pariser Schauplätzen durchsucht oder Häuser angesehen, in denen beispielsweise Hemingway gelebt hat.

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9 Gedanken zu “Paris – ein literarischer Bericht

    • Die Gärten in Paris sind allesamt schön. Dabei haben sie auch einen gewissen Seltenheitsgrad, denn soo übermäßig viele Grünflächen gibt es nicht. Wobei ich es für eine Hauptstadt durchaus okay finde. 🙂

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