Douglas Preston/ Mario Spezi – Der Engel mit den Eisaugen

Schon der Titel lässt darauf schließen, dass es um Amanda Knox und den Mord an der englischen Studentin Meredith Kercher gehen wird. Douglas Preston und Mario Spezi arbeiteten bereits vor Entstehung von „Der Engel mit den Eisaugen“ gemeinsam an einem Buch.

Das knapp 250 Seiten schwere Buch rollt die Geschichte um den Mordfall auf und äußert sich sehr kritisch gegenüber der italienischen Polizei sowie dem ermittelnden Staatsanwalt Mignini. Wenn man das Buch liest und sich vorstellt, wie viele Spuren nicht ausgewertet wurden und durch wie viel Willkür die leitenden Persönlichkeiten den Fall beeinflusst haben, ist man ungläubig und fassungslos. Ich zweifle nicht daran, dass die beiden Autoren recherchiert haben, die persönliche konfliktreiche Vergangenheit mit Mignini hinterlassen allerdings einen Beigeschmack beim Lesen. Nicht, dass man mich falsch versteht: ich unterstelle den beiden Autoren keinenfalls, falsche Tatsachen zu verbreiten. Dagegen sprechen einfach zu viele Beweise für ihre Auslegung.
Das Buch ist für jemanden, der sich mit dem Fall bisher nicht großartig auseinander gesetzt hat, auf jeden Fall lesenswert und sicherlich auch sehr aufschlussreich. Streckenweise fand ich es ein wenig ermüdend, aber das lag eher an der Menge an Details, die präsentiert werden.

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Knaur Verlag
ISBN: 3426513463
Preis: 9,99 Euro

Michael Tsokos – Zerschunden

Sebastian Fitzek sagt zu diesem Buch: „Nichts ist so grausam wie die Realität – eine fulminante Mischung aus Fakten und Fiktion.“
Ich stimme ihm zu, denn die Mischung ist sehr gelungen und Tsokos sagt in der Danksagung, dass dieses Buch auf einigen wahren Begegenheiten beruht. Die beiden, Toskos und Fitzek, haben übrigens zusammen „Abgeschnitten“ geschrieben – und eben diese Figuren tauchen in Tsokos Buch wieder auf.

Nun aber zum Buch selbst:
Ein Serienkiller treibt sein Unwesen in verschiedenen Städten Europas. Dass es ein und derselbe Mann ist, steht fest, denn die Morde tragen immer die gleiche Handschrift. Fred Abel, seines Zeichens Rechtsmediziner, steckt bald sehr viel tiefer in der Sache drin als es sein Job es erforderlich machen würde. Der Hauptverdächtige ist nämlich zufällig jemand aus seiner Vergangenheit, der schnellstmöglich entlastet werden muss.
Toskos hat ein Buch geschaffen, was sehr, sehr spannend ist. Persönliche Verzwickungen werden hier und da angedeutet, stehen aber nicht im Vordergrund. Hauptsächlich erfährt der Leser nur mehr über Fred Abel, wobei seine Arbeit hier deutlich im Hintergrund bleibt. Auch der Profiler Timo Jankowski, von dem ich gerne sehr viel mehr erfahren hätte, bleibt eher hintergründig.
Ich bin sehr froh, gelesen zu haben, dass Toskos weitere True-Crime-Thriller schreiben möchte, denn Talent hat er auf jeden Fall. Vielleicht erfährt man in dem nächsten Buch dann ja auch etwas mehr von den Charakteren, was ich mir sehr wünschen würde.

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Verlag: Knaur
ISBN: 3426517892
Preis: 14,99 Euro

Edgar Wallace – Der grüne Bogenschütze

Edgar Wallace steht für mich für englische Schreibkunst, gut durchdachte Geschichten und schöne Lesestunden. Seine Bücher haben mir bisher immer gut gefallen, weswegen ich „Der grüne Bogenschütze“ als ebook heruntergeladen hatte. Da es allerdings kein Papierbuch ist, kam ich jedoch erst nun dazu, es zu lesen.

Abel Bellamy ist ein unausstehlicher, unfreundlicher Mann, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Er lebt in England, obwohl er eigentlich aus Amerika stammt, und hat sich in der Nähe von London ein Schloss gekauft. Seine Dienstboten fürchten ihn ebenso wie Menschen aus dem Dorf, denn er ist bekannt für seine hinterlistige, grausame Art.
Nach und nach gehen Gerüchte um, dass es in seinem Schloss einen Geist, den grünen Bogenschützen, geben soll. Dies ruft einen Reporter, Spike Holland, auf den Plan, der sich sehr für die Gerüchte interessiert. Allerdings haben auch andere Akteure ein Interesse an Bellamy und seinen Tätigkeiten. Valerie Howett, Julius Savini und Jim Featherstone sind hierbei die Hauptcharaktere. Nach und nach werden die Geschichten der einzelnen Personen geschickt miteinander verwoben und immer neue Indizien lassen auf die Identität des Bogenschützen schließen.

Edgar Wallace hat eine wunderbar spannende Geschichte geschrieben, die mir sehr gut gefallen hat. Sowohl die Handlung als auch die Personen sind sehr vielschichtig und entwickeln sich im Laufe der Zeit immer weiter.

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Verlag: Null Papier
Seiten: 514
Preis: kostenlos

Umzug und Bücher

Hallo an alle,

schlussendlich ist es nun geschafft: ich bin umgezogen! Zumindest vorerst habe ich eine Unterkunft gefunden, der nächste Umzug lässt aber sicherlich nicht so lange auf sich warten.
Ich habe einige neue Bücher und, soweit ich das überblicke, nur eines gelesen. Allerdings muss ich nachher erst mal meinen realen SuB mit meiner Liste hier abgleichen. Und dann fehlt natürlich auch noch eine Rezi.
Wie dem auch sei, ich wollte nur Bescheid geben, dass es zukünftig wieder mehr zu lesen geben wird hier. 🙂

P.S.: Der Beitrag heißt auch „umzug und Bücher“, weil ich mich grade dran erinnerte, wie sehr wieder über meine Bücher gemeckert wurde. Aber hey, ein einzelner Kindle im Regal würde halt blöd aussehen und definitiv nicht glücklich machen. 😉

Matthias McDonnell Bodkin – Giftmischer und andre Detektivgeschichten

Und dies ist das zweite ebook, was ich gelesen habe innerhalb der letzten Tage.
Matthias McDonnell Bodkin war irischer Politiker, der auch als Journalist und Autor tätig war.

Die Hauptfigur seiner Geschichten ist Paul Beck, ein Detektiv, der ähnlich gerissen und klug ist wie Sherlock Holmes. Da eben dieser mir sehr, sehr gut gefällt, fiel es mir nicht schwer, auch Paul Beck ins Herz zu schließen. „Giftmischer und andre Detektivgeschichten“ besteht aus mehreren kurzen Geschichten, die wirklich sehr unterhaltsam sind und den Detektiv von seiner besten Seite zeigen.
Mir hat das ebook so gut gefallen, dass ich mir demnächst das Buch dazu kaufen werde. 😀

Wer also Sherlock Holmes mag, sollte Paul Beck ebenfalls kennenlernen!

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Seiten: 160
Preis: kostenlos als ebook / 3,95 Euro als gebundene Ausgabe

Jerry Gordon – Fletcher Christian: The Portrait

Nun habe ich alle meine Bücher in Kartons verstaut und treffe beim Aufräumen auf meinen Kindle. Ups, den hatte ich ja auch noch und zugegeben, er fristet bei mir wirklich kein schönes Dasein. Beim Durchsehen stellte ich dann fest, dass ich zwei kürzere ebooks hatte, die ich schnell mal nebenbei lesen konnte. Eines davon ist dieses.

Jerry Gordon, der Autor, beschäftigt sich mit Kunst und Geschichte. Aufgrund dessen wollte er ein Porträt von Christian Fletscher erstellen, was es bis dahin noch nicht gab.
Neben dem eigentlichen Thema, Fletcher Christian, erfährt der Leser eine Menge zu der Kunst des Porträtsmalens und der Biografie des Autors. Für mich war das allerdings viel zu viel. Ein kurzes Kapitel hätte genügt, aber es wurde an jeder Stelle wieder aufgegriffen und manchmal seitenlang (wenn man das bei einem ebook so nennen mag) darüber philosophiert ohne an Fletcher Christian zu denken. Für mich hatte es auch keinen so übergeordneten Sinn für die Geschichte, dass man diese Details immer wieder aufgreifen und ausschmücken musste.
Mir wäre es lieber gewesen, mehr über den historischen Hintergrund, vielleicht sogar zur Seefahrerei allgemein zu erfahren und vor allem mehr Details zur Reise von Jerry Gordon nach Pitcairn. Diese Informationen hätten das Buch auf jeden Fall spannender gestaltet.

Das Buch hätte wirklich interessant sein können, wenn der Fokus auf dem eigentlichen Thema gelegen hätte und die nebenbei immer wieder eingestreute Werbung für andere Werke des Autors haben mich auch etwas gestört. Wenn mich die Lektüre überzeugt, würde ich sicherlich nach anderen Büchern suchen. So bin ich froh, dass es nur ein ebook war und das Buch keinen Platz in meinem Regal beansprucht. Schade!

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Seiten: 88
Preis: 3,09 als ebook / ca. 6 Euro als Taschenbuch

Lesepause

Hallo zusammen,

da ich bald umziehe und daher im Packstress bin, wird es die nächsten Tage weiterhin ruhiger hier sein. Aktuell habe ich bereits alle Bücher eingepackt und obwohl ich weiß, in welchem Karton mein SuB liegt, haben andere Dinge eine höhere Priorität.
Bald geht’s aber weiter mit den Rezensionen. 🙂

Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Clay Jannon ist auf der Suche nach einem Job. Da er als Webdesigner momentan keine Chancen sieht, sucht er nach Aushilfsjobs und eines Tages steht er vor der Buchhandlung von Mr. Penumbra. Er bekommt den Job und sein Alltag in der seltsamen Buchhandlung beginnt. Was verbirgt Mr. Penumbra? Alles beginnt, als Clay das tut, was eigentlich sein Job ist: mit dem Computer zu arbeiten.

Eine Geschichte, welche sich um Büchern dreht, dürfte für jeden Buchliebhaber etwas Besonderes sein und daher fast automatisch irgendwann im Regal landen. Bei mir kamen noch teils positive, teils weniger positive Rezensionen aus meinem Umfeld dazu, die mich neugierig gemacht haben.
Nachdem ich das Buch gestern gelesen – ja, die Nacht war lang – habe, kann ich sagen, dass das Buch für mich eher mittelklasse ist. Die Geschichte hinter Mr. Penumbra und seine Buchhandlung ist nicht so außergewöhnlich, auch wenn es viele nette Details innerhalb der Geschichte gibt. Und die Buchhandlung von Mr. Penumbra ist sicherlich ein Ort, den ich gerne mal besuchen würde. Robin Sloan hat einen leichten, relativ oberflächlichen Stil zu schreiben. Alles geht mehr oder weniger Schlag auf Schlag und die Informationen werden dem Leser direkt geliefert ohne viele Ausschmückungen. Das mag manchen sicherlich gefallen, für mich hätte auch alles ein bisschen weniger schnell und zügig gehen können. An einigen Stellen hätten die Charaktere sich vielleicht etwas länger aufhalten können ohne dass fast alles auf Anhieb ein Erfolg wäre. Apropos Charaktere: Da fehlen für mich an einigen Stellen Hintergrundinformationen. Zumindest ich bin gerne informiert darüber, wen ich da gerade begleite und da reicht es mir beispielsweise nicht, wer an welchem Arbeitsplatz wie lange am Tag arbeitet.

Alles in allem handelt es sich um eine leicht zu lesende, nicht allzu anspruchsvolle Lektüre, die sich allerdings mit einem meiner Lieblingsbeschäftigungen auseinandersetzt.

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Karl Blessing Verlag
ISBN: 978-3-89667-480-7
Preis: 19,99 Euro

Ben Aaronovich – Fingerhut-Sommer

Endlich! Das neue Buch von Aaronovitch lag Ende August in meinem Briefkasten und die Geschichte von Peter Grant ging somit endlich weiter.
Peter Grant ist Polizist, aber kein gewöhnlicher, denn er ist nebenbei Zauberlehrling. Das klingt im ersten Moment nach Hatty Potter, aber Ben Aaronovitch hat eine andere Welt erschaffen – und zu beachten ist, dass Peter Grant immer noch Polizist ist und somit Verbrechen bekämpft, auch wenn sie manchmal keine rationalen Grundlagen haben.

„Fingerhut-Sommer“ ist ebenso gut wie die Vorgänger: spannend, lustig und unterhaltsam. Allerdings sind die Bücher von Ben Aaronovitch in meinem Bekanntenkreis strittig: während einige sie lieben, finden andere sie zu übertrieben und nicht witzig. Meinen Humor trifft es auf jeden Fall und Ben Aaronovitch ist für mich inzwischen eine Garantie für ein paar unvergessliche Lesestunden.
In diesem Buch muss Peter Grant aufs Land und verlässt somit seinen Heimarort London sowie Nightingale, seinen Zaubermeister. Dort soll er einen Entführungsfall zweier Mädchen mit untersuchen und feststellen, ob es Hinweise gibt, dass Magie im Spiel war. Die Untersuchung ist nicht immer einfach und oftmals muss Peter improvisieren, um Ergebnisse zu erzielen. Als wäre der Fall nicht kompliziert genug , spielen zudem auch die Frauen in seinem Leben mal mehr, mal weniger verrückt und sorgen für ordentlich Ablenkung.

Wenn man dieses Buch lesen möchte, sollte man die Vorgänger ebenfalls lesen, denn es gibt einige Querverweise oder direkte Bezüge zu den vorherigen Büchern. Ohne die Lektüre dieser, ist „Fingerhut-Sommer“ sicherlich an einigen Stellen nicht verständlich und ich befürchte, das könnte die Lesefreude schmälern.

Für mich ist es eine klare Lese-Empfehlung! Vielen Dank an meine beste Freundin für das Geschenk! 🙂

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dtv Verlagsgesellschaft
ISBN: 978-3-423-21602-9
Preis: 9,95 Euro