Bücher, Bücher, Bücher!

Und wieder sind drei neue Schätze eingezogen:

Sebastian Fitzek – Das Joshua-Profil
Jussi Adler Olsen – Erwartung
Frank Schätzing – Breaking News

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Karen Rose – Dornenmädchen

Wer meinen Beitrag zur Frankfurter Buchmesse gelesen hat, weiß, dass ich dieses Buch dort gekauft habe. Zudem konnten wir einem Gespräch mit der Autorin zuhören, woraus mir Deacon, einer der Hauptcharaktere, noch gut in Erinnerung geblieben ist. Faith, eine Therapeutin, ist der zweite Hauptcharakter. Und sie hat ein großes Problem, denn jemand möchte sie liebend gerne tot sehen. Nachdem sie dann noch über ein verletztes Mädchen stolpert, steht sie im Rampenlicht des FBI. Das verletzte Mädchen wurde vorab entführt und gefoltert. Doch auch Faith hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, wird sie doch seit langer Zeit von einem Stalker verfolgt. Wer sie verfolgt und aus welchen Gründen beschreibt die Autorin sehr detailliert und dabei legt sie auch die ein oder andere falsche Fährte, um die Leser auf die falsche Spur zu bringen. Karen Rose hat schreckliche Szenarien geschaffen, die sich zu einem düsteren Gesamtbild zusammensetzen. Trotzdem endet die Geschichte freundlicher als sie begonnen hat. Zum Glück!
Karen Rose sagte auf der Buchmesse, dass sie sich vorab kein großartiges Konzept überlegt zum Plot. Dies finde ich sehr erstaunlich, da das Buch fast 900 Seiten hat. Die Geschichte erscheint von Anfang bis Ende jedoch gut durchdacht und alle Handlungsstränge sind am Ende miteinander verknüpft. Die Autorin sagte auf der Messe noch, dass sie einen Charakter mehr umbringen wollte, aber die Lektorin dagegen war. Seitdem überlege ich, um wen es sich handeln könnte.
Deacon und Faith haben mir beide auf ihre Art gut gefallen. Sie sind beide etwas Besonderes und ich wünschte, es würde sich um eine Buchreihe handeln und nicht nur um einen Einzelband. Aber auch die anderen Charaktere sind interessant durch ihre Handlungen, Einstellungen und Werte, die sie vermitteln. Hier wären zum Beispiel Dani, Deacons Schwester, sein Cousin Adam, die Partnerin von ihm Detective Bishop und noch einige andere. Fast wünschte ich, ich hätte das Buch noch nicht gelesen. Aber so kann ich immerhin anderen sagen, dass sie es unbedingt lesen sollten.
Ich kann das Buch tatsächlich jedem empfehlen, der Thriller mag. Mir hat es jede Menge Spaß gemacht, es zu lesen. Vor allem da die Geschichte sehr viel Detailreichtum aufweist.

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Knaur Verlag
ISBN: 3426517078
Preis: 16,99 Euro

Kristina Ohlsson – Glaskinder

Auf „Glaskinder“ hatte ich schon lange ein Auge geworfen, aber es ist eher durch Zufall ein paar Wochen zuvor bei mir eingezogen. Da es ein relativ dünnes Buch ist mit insgesamt 222 Seiten und heute ein wenig Zeit übrig war, konnte ich es endlich lesen.
Billie und ihre Mutter ziehen nach den Tod des Vaters in ein altes Haus in eine schwedische Kleinstadt. Gleich zu Anfang hat Billie das Gefühl, dass etwas mit dem Haus nicht stimmt und tatsächlich passieren immer wieder seltsame Dinge. Ihre Mutter hat kein offenes Ohr für sie, sodass sie sich mit ihren beiden Freunden auf die Suche nach Antworten macht.
„Glaskinder“ gilt als Kinder- und Jugendbuch. Manche Beschreibungen sind allerdings so detailliert, dass ich meinen Kindern das Buch nicht uneingeschränkt empfehlen würde. Aber was schreibe ich hier, ich habe ja auch zum Glück keine Kinder, deren Lektüren ich überwachen müsste/sollte.
Auf der einen Seite ist das Buch aus meiner Sicht kindgerecht geschrieben – und dickere Seiten hat das Buch zudem auch – und wirkt dadurch stellenweise sehr naiv. Auf der anderen Seite sind manche Details eher in einem Thriller für Ältere zu erwarten. Die Grundidee hat mir dennoch gefallen, nur hätte ich mir mehr Tiefgang bei der Geschichte gewünscht. Noch mehr Details, mehr Probleme bei der vermeintlichen Lösung. Die wesentliche Frage nach dem Warum ist in meinen Augen nicht gänzlich beantwortet. Natürlich lässt die Autorin auf diese Weise Interpretationsspielraum zu, aber auf der anderen Seite fehlten mir als Leserin mehr Anhaltspunkte, um überhaupt etwas Tiefsinniges interpretieren zu können.

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cbt-Verlag
ISBN: 357016280X
Preis: 12, 99 Euro

Jonathan Stroud – Lockwood&Co: Die Raunende Maske

Manchmal läuft es mit dem Lesen ziemlich gut. Soll heißen, ich habe viel Zeit, um abends nichts anderes zu tun, als mich mit Tee und Buch irgendwo hinzusetzen und die Welt auszublenden. Interessanterweise kann ich inzwischen nicht mehr als drei Stunden am Stück lesen, aber das ist ein anderes Thema.
„Die Raunende Maske“ ist ja erst vor ein paar Tagen eingezogen, aber schon am ersten Abend habe ich 300 Seiten gelesen. Dies alleine ist schon ein wunderbarer Indikator dafür, dass das Buch spannend ist. Die Reihe um Lockwood und seine Freunde ist einfach großartig und dieses Buch steht den anderen in nichts nach: In Chelsea haben die Geistererscheinungen in den letzten Wochen ein bedrohliches Ausmaß angenommen. Die Agentur von Lockwood ist am Anfang nicht in die Ermittlungen involviert, denn aus einigen Gründen sind die drei Agenten nicht so beliebt. Wahrscheinlich dürfte es an ihren unkonventionellen Arbeitsmethoden liegen oder daran, dass sie ihren Arbeitsplatz immer in ziemlichem Chaos zurück lassen.
Doch nachdem die drei einen gefährlichen Auftrag einer einflussreichen Frau erfolgreich durchgeführt haben, stehen sie auf einmal mitten in Chelsea und versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Lucy Gabe und vor allem ihre Gefühle bringen die drei Freunde in diesem Band in ernsthafte Gefahr. Das Buch endet übrigens mit einem blöden Cliffhanger.
Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, den charismatischen Lockwood, den klugen George und die impulsive Lucy auf ihrer Reise zu begleiten. Stroud schreibt seine Geschichten einfach so, als wäre man live dabei und müsste auch in jeden Moment eine Salzbombe nach einem Geist werfen. Trotzdem kommen die Gefühle der Charaktere nicht zu kurz. Mich hat das Buch schon sehr bewegt, was vor allem Lucys Gefühlen und Gedanken zuzuschreiben ist. Ich werde nun ganz ungeduldig auf den nächsten Band warten, damit ich weiß, wie die Geschichte weitergeht.
Das Cover ist übrigens wunderschön, wie ich finde! 🙂

WP_20151023_11_40_25_Procbj Verlag
ISBN: 3570159639
Preis: 18,99 Euro

Henning Mankell – Mörder ohne Gesicht

Mankells Bücher und ich haben bisher keine besonders enge Bindung zueinander aufgebaut. Sein erstes Buch von ihm, was ich vor en paar Jahren las, sagte mir überhaupt nicht zu. Wallander war in meinen Augen ein unfähiger Polizist und wirklich zweifelhaften Charakterzügen, die sich vor allem in seinen unreflektierten und teilweise dumm erscheinenden Aussagen zeigten.
Wie es jedoch so oft im Leben ist, brauchen Menschen und Bücher manchmal eine zweite Chance. Mankells Tod brachte mich dazu, auf einem Bücherflohmarkt ein paar seiner Werke mitzunehmen. Interessanterweise habe ich mit „Mörder ohne Gesicht“, welches Ende der neunziger Jahre erschien, ein Buch gegriffen, was wieder aktuell denn je ist. Und interessanterweise auch der erste Teil um Wallander. Es geht im Buch unter anderen um Asylbewerber, die Unfähigkeit der Institutionen und Organisationen dem Andrang gerecht zu werden sowie Vorurteile und Ängste der Bevölkerung gegenüber Menschen anderer Kulturen. So kann man einen Teil des Kontextes darstellen. Im Vordergrund steht allerdings ein Mord an einem älteren Ehepaar, was auf furchtbare Weise getötet wird. Wallander und die anderen Polizisten müssen alle Kapazitäten nutzen, die sie haben und am Ende hilft ihnen doch nur der Zufall bei der Auflösung.
Wie ging es mir nun also mit dem Buch, könnte man sich fragen. Einerseits hat die Darstellung der Asylpolitik und deren Auswirkungen in Schweden mir gut gefallen. Es ist einfach eine Thematik, die berührt.
Wallander, der Hauptcharakter Mankells, hat mir dieses Mal auch besser gefallen. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach mehr auf ihn einlassen können nun, da ich in etwa wusste, was mich erwartet. Stellenweise habe ich mich in seinen Aussagen sogar wiedergefunden. Er wurde in diesem Buch mit seinen Stärken und Schwächen präsentiert, „schonungslos“ könnte man als Schlagwort benutzen, und wirkt dadurch menschlicher, verletzlicher, sympathischer.
Die Geschichte um den Mord des Ehepaars ist tragisch, keine Frage, aber erst durch den persönlichen Kontext Wallanders und der Gesamtsituation in Schweden wird er brisant. Mir hat das Zusammenspiel auf so vielen Ebenen sehr gut gefallen. Mankell verstand es, Stimmungen und Gefühle darzustellen. Und ohne spoilern zu wollen, das Buch lässt mich tatsächlich etwas traurig zurück.
Dieses Werk von Mankell hinterlässt in meinem Empfinden grade wenig Hoffnung, da wenig schöne Ereignisse beschrieben werden. Hier und da blitzt etwas Licht durch den grauen Mantel aus Düsternis, aber die dunklen Farben, in denen das Buch gezeichnet ist, überwiegen.

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Das Buch gibt es als Neuauflage von 2010 (Erstausgabe 1999):

Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN: 3423212128
Preis: 9,95 Euro

2015 – ein perfektes Jahr zum Bücherkaufen

Ich möchte ehrlich sein: 2015 habe ich definitiv viel mehr Bücher gekauft als gelesen. Genaue Zahlen gibt es gerade keine, aber da mein SuB ordentlich gewachsen ist, steht da nichts zur Diskussion.
Darum sollte es auch niemanden verwundern, dass heute mal wieder ein Buch bei mir ankam:

Jonathan Stroud – Lockwood  Co: Die Raunende Maske

Aber immerhin kann ich auch ein gelesenes Buch verzeichnen:

Henning Mankell – Mörder ohne Gesicht

Die Frankfurter Buchmesse – Ein Bericht

Die Frankfurter Buchmesse – für Bücherliebhaber ein Paradies!

Wer mich persönlich kennt, weiß vor allem, dass ich zu verrückten und spontanen Ideen neige. SoP1080328 war auch der Besuch der Frankfurter Buchmesse nicht von langer Hand geplant, sondern eher ein Produkt einer spontanen Eingebung. Zum Glück ist meine beste Freundin Nina ebenfalls verrückt und war bereit, relativ spontan mit nach Frankfurt zu fahren. P1080329

Vorab war ich für die Veranstaltungen zuständig, die wir ansehen wollten. So gesehen hatte ich also völlig freie Hand, was ich nicht ausnutzen wollte – aber das absolut gewollte Fehlen jeglicher Liebesromane und Autoren aus diesem Genre sprechen für sich.

P1080333Hin und zurück sind wir übrigens mit dem Bus gefahren. Das waren von Hamburg aus gesehen einmal acht und einmal sieben Stunden Fahrt. Beide Male über Nacht, sodass man immerhin ein wenig schlafen konnte. Der Grund, weswegen wir uns das angetan haben, ist einfach: Die Buchmesse beginnt um neun Uhr, da sollte man dann auch schon da sein. Und am 17.10. gab es abends noch eine Veranstaltung mit einem Autoren, den ich unbedingt sehen wollte. „Arme beste Freundin“ könnte man richtigerweise anmerken.

Unser Messetag begann am 17.10. mit der Ankunft in Frankfurt und eigentlich als Erstes mit einem Kaffee. Die seltsamen Gestalten, die im Hauptbahnhof umherhuschten, machten mir schon ein wenig Sorgen. Tief in meinemP1080338 Inneren bin ich halt einfach kein Großstadtkind. Um neun Uhr waren wir dann bei der Messe und das Abenteuer konnte beginnen. Zu sehen gab es wahrlich genug: überall Menschen, Bücher, hier und da Autoren.

Getroffen haben wir übrigens als erste mir bekannte Autorin Jo Berger, die interessanterweise neben lustigen Kurzgeschichten („Kaffee ist alle“ und „Das liegt am Wetter“) auch Liebesgeschichten („Leonardos Zeichen“) schreibt. Theoretisch könnte ich also behaupten, es war auch für Nina auf Anhieb etwas dabei. Auf jeden Fall konnte ich hier mein erstes Autogramm bekommen und wir verließen den Stand bepackt mit kleinen Tüten, gefüllt mit Lesezeichen, Leseproben und Stiften.

Danach folgte eines meiner absoluten Highlights der Messe: Michael Toskos, den wir auch noch auf einer Lesung in Hamburg sehen werden, war dort. Gemeinsam mit Andrea Sawatzki wurden ihm Fragen P1080347zu seiner Person und seinem neuestem Buch „Zerschunden“ gestellt. Nun freue ich mich noch mehr auf die Lesung mit ihm. Michael Tsokos ist sehr sympathisch und hat Humor.

Die Veranstaltung mit Martin Walker, die direkt im Anschluss gewesen wäre, wurde verschoben. Wir konnten also die Zeit nutzen und uns noch weiter auf dem Messeglände umsehen. Zum Glück standen überall Lagepläne herum, ansonsten wären wir hoffnungslos verloren gewesen. 😉

Gegen 13:30 Uhr konnten wir uns dann kurz Martin Walker ansehen. Kurz P1080361deswegen, weil die Veranstaltung nochmals nach hinten verschoben wurde und die darauffolgende Veranstaltung erschien uns noch etwas reizvoller. Martin Walkers Veranstaltung sollte eigentlich in englischer Sprache abgehalten werden. Allerdings sprach der Autor erstaunlich gut Deutsch, sodass er sich kurzerhand dazu entschloss, die Veranstaltung nicht in Englisch abzuhalten.

Im Anschluss daran haben wir ein Gespräch mit Karen Rose besucht, ebenfalls eine P1080371sehr sympathische und humorvolle Autorin.
Mir haben die Gespräche auf der Buchmesse allesamt sehr gut gefallen, da nicht nur über das Buch, sondern auch über den Schreibprozess und die jeweiligen Autoren gesprochen wurde. Zugegeben, das neueste Buch von Karen Rose, „Dornenmädchen“, musste dann gekauft und signiert werden. Lustig finde ich immer wieder, dass Menschen aus dem Ausland immer große Probleme mit der Aussprache meines Namens haben. Eigentlich wollten wir danach weiter zu Sebastian P1080390Fitzek und ein Buch signieren lassen, aber die Schlange war einfach endlos. Gesehen haben wir ihn aber immerhin, wie das Foto beweist.
Da wir aber im November auch auf einer Lesung von ihm sein werden, ist das nicht so schlimm. Stattdessen haben wir uns dann sehr kurz mit Christin Thomas („Hope – unsere einzige Hoffnung“) getroffen und ich konnte mein Buch auch von ihr signieren lassen.

Im Anschluss haben Nina und ich noch einen P1080393Blick auf Nele Neuhaus geworfen, die aus ihrem neuen Jugendbuch vorgelesen hat. Das ist nun nicht gerade unser Genre, sodass wir wirklich nur kurz stehen geblieben sind.

Bis dahin war es schon ein sehr langer Tag, sodass wir erst einmal zum Hauptbahnhof zurückkehrten, um etwas zu essen. Danach ging es weiter zum Ratskeller, wo wir viel zu früh ankamen.
Deswegen konnten wir noch das Gespräch P1080411mit Katharina Hacker („Skip“) verfolgen konnten. Leider wurde in diesem Gespräch sehr viel von der Geschichte und der Charakterentwicklung vorweg genommen. Ansonsten klang das Buch nämlich wirklich spannend, aber nun werde ich es vorerst nicht kaufen.

Als letzte Veranstaltung stand ein letztes Gespräch mit einem Autoren auf dem Programm. Der Autor, weswegen wir erst gegen Mitternacht wieder Richtung Hamburg fahren konnten. Veit Etzold war dort. P1080416
Glücklicherweise wurde dort nicht allzu viel aus dem Buch erzählt und der Autor stand im Vordergrund, denn ich habe meine beste Freundin dazu überredet, das Buch „Todesdeal“ zu kaufen. Mir hatte es sehr gut gefallen, sodass ich umso glücklicher bin, dass es nun auch ein Autogramm im Inneren trägt. Veit Etzold wünschte mir am Ende noch viel Spaß beim Lesen, woraufhin ich dann gleich zugeben musste, es schon gelesen zu haben.

Fazit: Es war anstrengend, es waren zu viele Menschen auf einem Haufen. Es war bunt, es war großartig und hat richtig viel Spaß gemacht! Je nachdem, welche Autoren nächstes Jahr auf der Buchmesse sind, werde ich wieder betteln, dass wir nochmals hinfahren – und dann könnte man ja auch früher planen.

David Lagercrantz – Verschwörung (nach Stieg Larsson)

Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie sind den meisten Lesern ein Begriff. Leider ist er ja viel zu früh verstorben (2004), selbst seine ersten Bücher wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.
Ich gestehe, die „Millenium“-Trilogie zu lieben, jedes Buch war spannend und sind mir in bester Erinnerung geblieben. Alleine schon deswegen war ich mehr als skeptisch, als ich gelesen habe, dass es einen weiteren Band geben soll. Konnte jemand wirklich so tief in die Charaktere einsteigen, dass eine Weiterführung gelingen konnte? Immerhin sind vor allem Mikaels und Lisbeths Persönlichkeiten sehr vielschichtig und die ganzen Details sind wichtig für das Verständnis. Wie so oft siegte allerdings meine Neugierde und ich kaufte mir „Verschwörung“.
In diesem Buch werden Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander auf eine harte Probe gestellt. Während der eine um seine Karriere und seinen Ruf bangt, geht Lisbeth ihrem eigenen, inneren Auftrag nach und geht gegen wahrgenommene Ungerechtigkeiten vor. Dass sie dabei dieses Mal gegen fast alle Regeln verstößt, interessiert sie nur am Rande.
Mikaels Geschichte beginnt mit einem Mord, den er fast hautnahe erlebt. Daraufhin ist sein Jagdinstinkt geweckt und er möchte der Sache auf den Grund gehen. Doch so einfach ist die Geschichte dieses Mal nicht, denn mächtige Institutionen und Menschen stellen sich ihm in den Weg, um eine mögliche Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern. Nebenbei gesagt ist der einzige Zeuge, der den Mord beobachtet hat, in kleiner autistischer Junge, der nicht spricht.
Wie ersichtlich wird, bietet das Buch mehr als genug Stoff, um spannungsreich zu sein.

Vorab: Das Buch hat mir wahnsinnig gut gefallen. Lagercrantz hat sich mit den Figuren beschäftigt und konnte sich wunderbar in sie hinein versetzen. Es hat mich stellenweise sehr gewundert, wie gut es ihm gelungen ist.
Darüber hinaus ist die Geschichte auf sehr vielen Ebenen abwechslungsreich und spannend: sowohl auf Individualebene als auch auf der Ebene großer Organisationen und Institutionen, die innerhalb der Geschichte eine wesentliche Rolle spielen. Am Ende sind alle losen Fäden verknüpft und auf Anhieb fallen mir gerade keine großen – nicht mal kleine – Kritikpunkte ein, die ich nennen könnte. Ich kann nur sagen, dass ich es geliebt habe, das Buch zu lesen.
Wer Lisbeth und Mikael mag, muss dieses Buch lesen! Für mich ist es eine grandiose Fortsetzung der Geschichte von den beiden.

Nebenbei erwähnt, die neuen Ausgaben der Millenium-Trilogie sind einfach klasse. Wenn ich die Bücher nicht hätte, würde ich sie nun kaufen. Vielleicht später mal. 😉

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ISBN: 3453269624
Preis: 22,99 Euro

Martha Grimes – Inspektor Jury steht im Regen

Martha Grimes und Inspektor Jury kenne ich nun schon seit einigen Jahren. Eine meiner ersten Mitbewohnerinnen hatte mir mal eines der Bücher in die Hand gedrückt, als ich nichts mehr zu lesen hatte. Mit kritischem Blick auf meinen SuB muss ich zugeben: ja, auch ich hatte mal keine ungelesenen Bücher mehr im Zimmer liegen und musste mir dann welche leihen.
Martha Grimes schreibt Kriminalgeschichten, die nicht durch blutige Szenen oder rollende Körperteile beeindrucken, sondern durch Raffinesse. Inspektor Jury ist ein ruhiger Polizist, der erst denkt und dann spricht. Hilfe bekommt er von Melrose Plant, einem reichen Mann, den er vor langer Zeit getroffen haben. Beide profitieren durch ihre Zusammenarbeit und die Dialoge der beiden sind einfach göttlich.

In „inspektor Jury steht im Regen“ geht es um zwei junge Frauen, die mir ihrem eigenen Schal ermordet werden. Zunächst ist weder klar, ob die beiden Morde zusammenhängen und welches Motiv dahinter stecken könnte. Ein Verdächtiger ist allerdings schnell gefunden, da er die zweite junge Frau, Ivy, sehr gut kannte.
Ein entscheidenter Hinweis kommt von einem kleinen Jungen, der immer nur sagt, dass es die Regendame war. Doch wer die geheimnisvolle Frau ist und welche Rolle sie in der Geschichte spielt, wird erst ganz am Ende aufgedeckt.

Wer gute Kriminalgeschichten mag, kann die Inspektor Jury-Reihe sicherlich beeindrucken. Allerdings würde ich zumindest einigermaßen in Reihenfolge lesen, denn die Charaktere sind teilweise sehr speziell und sollten durch die Autorin eingeführt werden. Ansonsten macht das Lesen wahrscheinlich weniger Spaß, könnte ich mir vorstellen.

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Rowohlt Verlag
ISBN: 3499221608
Preis: Nur gebraucht, ab einem Cent erhältlich