Interview mit Christin Thomas

Manchmal reicht es, irgendwo lieb anzufragen, umWP_20151211_21_23_57_Pro sich einen Wunsch zu erfüllen.
Genau das ist passiert, als ich Christin Thomas (Autorin von „Hope – unsere letzte Hoffnung“ und „Cateneo – der Weg Splendors“ sowie „Cataneo – die Rache Vortex'“) um ein Interview bat. Sehr zu meiner Freude darf ich euch das Resultat nun hier vorstellen:

 

 

Michaela: Ich gestehe, ich nutze meine Erfahrungen aus verschiedenen Lesungen für diese Frage. Weswegen es vielleicht ein wenig gemein ist. Wie entwickeln sich deine Figuren beim Schreiben? Entwickeln sie ein Eigenleben oder sind sie alle immer lieb und tun das, was du ihnen zugedacht hast?

Christin: Ich habe tatsächlich noch nie erlebt, dass die Charaktere zu 100% so sind, wie man sie ursprünglich geplant hat. Bislang hat jeder meiner Hauptprotagonisten mit der Zeit ein Eigenleben entwickelt. Ich finde das allerdings äußerst spannend, denn genau das macht sie menschlicher und somit auch für die Leser interessanter.

Michaela: Wie konkret ist dein Konzept eigentlich bevor du mit dem Schreiben beginnst?

Christin: Hier muss ich zugeben, dass es meistens sehr unkonkret ist. Ich kenne selbstverständlich den Anfang und das Ende, aber in der Regel entwickle ich für den Weg dorthin nur sehr grob einige Ideen, die ich dann während des Schreibens spontan weiter ausbaue.

Michaela: Wie gehst du ein neues Schreibprojekt an?

Christin: Das ist unterschiedlich. Bei meinem Buch Hope habe ich nach der Ideenfindung direkt mit dem Buchcover angefangen, obwohl ich noch nicht einen Satz geschrieben hatte. Bei anderen Projekten habe ich noch nicht einmal eine Idee für den Titel, bin aber schon so Feuer und Flamme, dass ich die Geschichte schnell zu Papier bringen muss. Grundsätzlich gilt für mich aber, dass ich mir eine gute Idee immer sofort aufschreibe.

Michaela: Du hast in einem Vlog gesagt, dass du drei Jobs hast. Wann schreibst du?  Wie organisierst du deinen Alltag, damit für alles genug Zeit bleibt?

Christin: Das frage ich mich, ehrlich gesagt, auch manchmal. 🙂
Da ich erst im April umgezogen bin, musste ich meinen Alltag vollkommen neu strukturieren. Das war ziemlich anstrengend, weil ich ein echtes Gewohnheitstier bin. Mittlerweile hat sich aber alles eingependelt. Um meine freiberufliche Covergestaltung kümmere ich mich in der Woche. Das mache ich dann, nachdem ich in meinem Hauptberuf Feierabend gemacht habe. Da ich aber nicht täglich Coveraufträge bekomme, klingt das vermutlich anstrengender als es in Wahrheit ist.

Dem Schreiben widme ich mich hauptsächlich am Wochenende. Da kommen gern auch einmal mehrere Stunden ohne Pause zusammen. Aber alles in allem macht mir besonders meine kreative Arbeit so viel Spaß, dass ich das überhaupt nicht als Arbeit wahrnehme.

Michaela: Zu welchem Genre würdest du gerne mal ein Buch schreiben?

Christin: Ich würde sehr gern einmal einen richtig kitschigen Liebesroman schreiben. Einerseits, weil ich derartige Geschichten selbst unheimlich mag und andererseits, weil es für mich eine echte Herausforderung wäre. In meinen Büchern geht es zwar auch um große Gefühle, aber es ist eben nie das Hauptthema. Also wer weiß – vielleicht irgendwann.

Michaela: Wie viel Einfluss nimmst du auf die Covergestaltung deiner Bücher?

Christin: Die Covergestaltung übernehme ich komplett selbst und daher habe ich natürlich auch die volle Verantwortung. Sobald ich ein Buchcover entworfen habe, wird es allerdings grundsätzlich von meinem Bruder geprüft. Er hat ebenfalls Erfahrungen im Grafikdesign und ist mir in diesem Fall immer eine große Hilfe. Seit Februar diesen Jahres biete ich die Covergestaltung auch für andere Verlage und Autoren an. Auf der Webseite www.giessel-design.de findet man vorgefertigte premade Cover oder hat die Möglichkeit sich ein individuelles Coverbild anfertigen zu lassen.

Michaela: Was ist deine bisherige Lieblingsfigur in deinen Büchern und warum?

Christin: Das ist eine wirklich schwer zu beantwortende Frage, aber wenn ich nach meinem Bauchgefühl gehe, dann kann ich nur sagen: Indyrah aus meiner Fantasyreihe Cataneo. Sie begleitet mich bereits so lange und ist ein so gefühlvoller Charakter, dem es durch Vorurteile nicht leicht gemacht wird. Sie macht die größte Verwandlung durch und hat es von allen am schwersten. Dafür hat sie ein großes Kompliment verdient und einen festen Platz in meinem Herzen.

Michaela: Wenn du an »Hope« denkst, siehst du aktuelle Bezüge zur Realität?

Christin: Leider ja. Das ist auch der Grund, wieso viele wichtige Themen – wie die Nachhaltigkeit – so oft angesprochen werden. Ich glaube, dass der Fortschritt eine wunderbare Sache ist, solange man dafür keine Schulden auf sich nimmt, die die zukünftigen Generationen irgendwann zurückzahlen müssen.

Michaela: Du hast gesagt, du hattest ein Angebot von einem Verlag. Warum hast du dich dagegen entschieden und bist lieber Selfpuplisherin geblieben?

Christin: Den Verlagsvertrag habe ich sogar noch vor meiner ersten Selbstveröffentlichung angeboten bekommen. Das war für mich also der ausschlaggebende Grund dafür, mich für die Veröffentlichung zu entscheiden. Da ich mich aber vom Verlag nicht ernstgenommen fühlte, musste ich ablehnen. Unbekannte Autoren sind für Verlage ein finanzielles Risiko und haben daher wenig Mitspracherecht. Ich habe es mir also zur Aufgabe gemacht, mir erst einen Namen zu machen und dann irgendwann nochmal mit Verlagen in Kontakt zu treten.

Michaela: Was ist dein schönstes Erlebnis als Autorin gewesen bisher?

Christin: Es gibt eigentlich zwei Momente, die mich sehr gerührt haben. Das war der Augenblick, als ich das erste Mal ein Buch von mir in der Hand hielt und dann der Tag, an dem ich meinen ersten Leserpreis gewann. Man veröffentlicht schließlich für seine Leser, und wenn sie einen so ehren, ist das unbezahlbar.

Michaela: Welche Tipps hast du für Menschen, die gerne selbst mal ein Buch schreiben würden?

Christin: Macht es!

Das größte Problem der meisten Menschen ist es, dass sie ihr Werk nicht beenden. Aber genau darum geht es als Autor. Man muss so lange am Ball bleiben, bis man das Wort Ende schreiben darf. Dazu gehört viel Ausdauer und neben guten Tagen, auch schlechte. Aber das Ergebnis wird sich lohnen.

Michaela: Was sind deine Lieblingsautoren?

Christin: Das sind ganz klar Stephen King und Sebastian Fitzek. Ich liebe es, wie sie mir eine Gänsehaut bescheren und mich mit ihren Geschichten fesseln.

Vielen Dank an Christin Thomas, die sich die Zeit genommen und die Mühe gemacht hat, meine Fragen zu beantworten. 🙂

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Ein Gedanke zu “Interview mit Christin Thomas

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