Bücher als Rettungsanker?

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Eigentlich habe ich noch sehr viele ausstehende Rezis, die ich auch dieses Wochenende fleißig nacharbeiten werde. Eigentlich, denn seit gestern Abend geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: können Bücher sich positiv auf das Gefühlsleben auswirken?
Ich merke es in den letzten Tagen an mir, dass ich mehr lese, wenn ich gestresst bin oder zumindest das Gefühl habe, etwas aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein. Sprich: an manchen Tagen überwogen die traurigen oder negativeren Gedanken. Dann bin ich abends automatisch früher ins Bett gegangen, um noch eine Stunde mehr zu lesen als sonst.
Das Resultat war, dass ich mich nach den zwei, drei Stunden mit einem Buch sehr viel besser fühlte als vorher. Warum? Wahrscheinlich weil ich erst einmal Abstand zu dem gewonnen habe, was mich beschäftigt hat. Stress auf der Arbeit, Stress mit den Unisachen oder mit Menschen rückten in den Hintergrund. Die jeweilige Geschichte und die einzelnen Charaktere in der Geschichte waren in dem Moment wichtiger geworden. Und wie es halt in vielen Geschichten so ist, gibt es dort auch Probleme, für die Lösungen gefunden werden (müssen).
Natürlich sind meine Probleme oder Sorgen nicht weg nachdem ich ein paar Stunden abgetaucht bin, aber es fühlt sich jedes Mal leichter an. Abends kann ich dann oft mit dem Gedanken einschlafen, dass nicht alles gut ist, aber es sicherlich einen Grund hat. Und schließlich wächst man an Herausforderungen.
Der Titel des Beitrags lautet ja „Bücher als Rettungsanker?“, das ist bewusst so gewählt. „Rettungsanker“ in dem Sinne, dass man mit der Situation ja auch anders umgehen könnte. Negativer wäre es beispielsweise, wenn man sich in negative Gedankengänge hineinsteigert und dann das Positive völlig aus dem Blick verliert. Oder man sich den ganzen Abend die Augen aus dem Kopf weint wegen irgendwas. Natürlich könnte es auch andere positive Ablenkungen wie Sport geben, aber momentan sind meine Laufschuhe noch nicht in meiner neuen WG, sodass das noch ausfällt. Freunde kann man auch nicht zu jeder Zeit aus dem Bett klingeln oder manchmal möchte man nicht drüber sprechen, was einen bewegt. Mir geht es zumindest oft so.
Und irgendwie ist es ein innerer Dialog mit den Figuren, indem man schaut, wie sie mit Problemen umgehen. Manche Denkweisen oder Handlungen aus Büchern fand ich so gut, dass ich sie mir zu eigen gemacht habe. Zum Beispiel, dass man auch bei größeren Problemen nicht den Kopf in den Sand stecken sollte, sondern es immer irgendwie eine Lösung geben wird. Für Menschen, die viel lesen, dürfte dieses Eintauchen in eine Geschichte vertraut sein. Hoffe ich. Ansonsten dürfte mein Text sehr abgehoben wirken. 😀
Fakt ist: mir hilft es jeden Mal, zum Buch zu greifen und zu lesen, wenn es mir schlecht geht. Und andersherum: es geht mir schlecht, wenn ich lange Zeit nicht dazu komme, zu lesen.

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4 Gedanken zu “Bücher als Rettungsanker?

  1. Ich finde, das hast du sehr schön und treffend geschrieben 🙂 mir hilft es auch oft, wenn ich bei Problemen erstmal Abstand gewinnen kann um dann nochmal darüber nachzudenken – und womit wäre Abstand gewinnen großartig gestaltet, wenn nicht beim Lesen? 🙂

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  2. Pingback: Allgemeine Beiträge | buecherlogie

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