Hannibal Lecter: Bücher und Serie

Seit einigen Tagen sehe ich mir die Serie „Hannibal“ an, welche circa drei Jahre vor den Ereignissen aus dem Buch „Roter Drache“ von Thomas Harris beginnt. Schon die Bücher haben mir beim ersten Mal lesen sehr gut gefallen, sind sie doch äußerst spannend, raffiniert und dank Dr. Hannibal Lecter mit einem sehr exotischen Charakter versehen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ich mag exzentrische Persönlichkeiten und diese Beschreibung trifft auf Dr. Lecter wohl hundertprozentig zu.
Was mir allerdings als Erstes auffällt, wenn man Romanfigur und den Hannibal Lecter aus der Serie vergleiche, ist nicht der fehlende sechste Finger (ich weiß, den lässt er sich später entfernen), sondern etwas anderes: sofern ich mich richtig erinnere, wird Hannibal Lecter in den Büchern als redegewandt und elegant beschrieben. Eleganz dürfte sich auch in der Wahl der Kleidungsstücke spiegeln und die Anzüge aus der Serie sind oftmals interessant, selten aber als interessant UND schön einzustufen. Ja, das ist eine bedeutungslose Kleinigkeit, aber jemand, der beim Kochen und Essen so viel Wert auf Schönheit legt, könnte auch die Anzüge etwas stilsicherer aussuchen. 😉

Wenn man davon absieht, gefällt mir die Serie bisher (nach dem Beenden der ersten Staffel) recht gut. An brutalen und ekeligen Szenen mangelt es wahrlich nicht und bisher habe ich keinen einzigen Charakter gefunden, der nicht mehr oder weniger viel psychologische Hilfe in Anspruch nehmen sollte. Aber dann vielleicht nicht von Dr. Lecter, der eher manipulativ als hilfreich ist teilweise.
Jack Crawford hätte ich in der Serie ein bisschen mehr Spielraum eingeräumt. Vielleicht kommt das aber auch erst noch. Dennoch: er scheint auch in der Serie eine interessante Persönlichkeit zu haben, die von Widersprüchen gequält wird und bemüht ist, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. An den Jack Crawford aus den Büchern erinnere ich mich jedoch kaum noch, er blieb mir jedoch als starker Charakter in Erinnerung.

Die Serie gefällt mir als Vorlauf zu den Büchern recht gut. Es werden genug Anknüpfungspunkte an die Romanfigut Lecter gefunden, aber sicherlich werde ich auch noch mehr Aspekte finden, bei denen Unterschiede bestehen. Die Vorgehensweise der forensischen Untersuchungen sind – wie oftmals in Serien – eher als mäßig zu beschreiben. Aber darüber will ich mich nicht aufregen, denn wochenlanges Warten auf Ergebnisse könnte man schlecht verpacken in solch schnelllebigen Folgen.
Vielleicht gibt es nach der dritten Staffel einen abschließenden Beitrag zur Serie und wer weiß, vielleicht kann ich mich dazu aufraffen, dann auch nochmals die Bücher zu lesen vorher. Reizen würde es mich, denn Hannibal Lecter hat definitiv Kultstatus – Akademiker als Serienmörder faszinieren mich oftmals noch etwas mehr. 😉

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Ein Gedanke zu “Hannibal Lecter: Bücher und Serie

  1. Dich jetzt Serien in deine Beiträge einfließen lassen zu sehen ist wahrlich ungewohnt, wenn man dich schon eine Weile kennt :P. Aber ich begrüße diese Erweiterung deines Spektrums und auch deine Meinung darüber zu lesen :).

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