„‚E’s got anuvver girl somewhere!“*

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Oben stehenden Satz las ich gestern Abend während ich lesend im Bett lag und fing dann an, über Akzente bzw. Dialekte in (fremdsprachigen) Büchern nachzudenken.
Natürlich ergibt es Sinn für einen Autoren oder eine Autorin, auf bestehende Ressourcen zurückzugreifen. Das schließt sprachliche Feinheiten mit ein. Gerade dadurch lassen sich bestimmte Tatsachen besonders gut darstellen oder auch bestimmte Zielgruppen an Lesern besser ansprechen. Mir fiel es am Anfang jedoch ein wenig schwer, alles Wörter zu verstehen, die dort geschrieben standen. Es handelt sich eindeutig um ein englisches Buch, also wird auch der Dialekt englisch sein, dachte ich mir. Nichtsdestotrotz habe ich wohl einige sprachliche Details nicht mitbekommen dadurch.
Das finde ich nicht weiter schlimm, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Leser gibt, die dadurch abgeschreckt werden. Denn vielleicht sind gerade diese Sätze besonders wichtig fürs Verständnis der Geschichte?!
Eine richtig feste Meinung habe ich nicht zu dem Thema. Irgendwie liest man sich ja auch in Dialekte ein. Besonders hilfreich ist es hierbei, wenn man die entsprechenden Passagen laut vorliest. Zumindest mir hat das sehr geholfen.
Als ich gerade so drüber nachgedacht habe, kam mir der Gedanke, wie schwierig das alles erst wird, wenn ich (wieder) mehr französische Bücher lese. Richtige Bücher, keine Lern-Bücher, die noch an das Anfängerniveau angepasst sind. Aber ich bleibe optimistisch: da wächst man bestimmt rein! 🙂

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* Robert Galbraith – Career of Evil, 2015: Seite 481

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5 Gedanken zu “„‚E’s got anuvver girl somewhere!“*

  1. Ich mag es, wenn solche Dialekte/Akzente in Büchern vorkommen, auch wenn es das Lesen oft schwerer macht. Aber es ist auch ein guter Weg, Personen zu charakterisieren, da ja mit jedem Dialekt bestimmte Vorstellungen und auch Vorurteile verknüpft sind.
    Schwierig finde ich es, wenn diese Dialekte in der Übersetzung – notgedrungen – durch andere ersetzt werden. Irgendwann hatte ich mal eine Übersetzung von Tom Sawyer und Huckleberry Finn in der Hand, in der Huckleberry ganz furchtbar berlinert hat. Da funktioniert es oft besser, wenn die Dialekte einfach gestrichen werden, wie z.B. bei The Wee Free Men/Kleine freie Männer von Pratchett. Da reden die wee free men dann eben keinen nennenswerten Dialekt, aber womit will man Scots denn auch übersetzen?

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    • Wenn ich mir manche Übersetzungen ansehe, sind diese schon ohne Dialket gewöhnungsbedürftig. Wenn die Dialekte dann noch übertragen werden, kann nur im seltenen Fall etwas Sinnvolles dabei herauskommen. Dann sollte man das tatsächlich lieber komplett lassen und ohne Dialekt übersetzen.
      Nicht nur Vorurteile, manchmal ist es ja auch wichtig, aus welcher Schicht ein Mensch stamm – da ist ein Dialekt die beste Möglichkeit, das darzustellen.

      Einen Huckleberry Finn, der berlinert, das stelle ich mir schlimm vor. 😀

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  2. Pingback: Allgemeine Beiträge | buecherlogie

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