Martin Walker – Bruno: Chef de police

Wie manche von euch schon bemerkt haben dürfen, mag ich sowohl Frankreich als auch die französische Sprache gerne. Deswegen war ich vor einiger Zeit auch auf der Suche nach Büchern, die in Frankreich spielen. Im Zuge dessen wurden mir dann die Bücher von Martin Walker empfohlen, den meine beste Freundin und ich übrigens letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse gesehen haben. 😉
Als wir dann beim letzten Bücherflohmarkt waren, fiel mir tatsächlich endlich eines der Bücher in die Hände und ich musste es natürlich mitnehmen.

Bruno Courrèges wird an den Tatort eines Verbrechens gerufen. Ein algerischer Einwanderer wurde ermordet. Anscheinend hat die Tat einen rassistischen Hintergrund, sodass auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet werden, die Bruno als Einheimischen gerne von den Ermittlungen ausschließen würden.
Allen voran hat mir die Beschreibung des französischen Lebens gut gefallen. Dazu gehören kulturelle Eigenarten, insbesondere auch das Essen, ebenso wie die französischen Wörter, die im Text einfließen. Das Ganze löst in mir das Gefühl von Heimat aus, obwohl ich wahrlich nicht jedes Jahr in Frankreich bin, dort keine Verwandten habe und die Sprache auch noch nicht sehr gut spreche. Trotzdem gefällt es mir sehr gut, darüber zu lesen und daran teilzuhaben.
Darüber hinaus ist Bruno einfach sympathisch. Ein ehrlicher Mann, der seinen Heimatort und seinen Job liebt und dabei nicht immer das tut, was Höhergestellte von ihm erwarten. Ich mag ihn!
Zudem ist die Geschichte wirklich raffiniert strukturiert. Martin Walker hat viele Details einfließen lassen, die die Geschichte besonders machen. Ich liebe Geschichten, bei denen nicht alles so ist wie es auf dem ersten Blick erscheint. Und vor allem mag ich komplizierte Charaktere, um die es geht – und der Ermordete hat einiges zu bieten. Im Verlauf der Ermittlungen wird Bruno des Öfteren mit seinen eigenen Wertvorstellungen konfrontiert, die er beibehalten oder überdenken muss. Ob er sich richtig entschieden hat, wird sich in manchen Fällen wahrscheinlich erst im Folgeband zeigen. Zumindest hoffe ich das.

Wirklich schön finde ich, dass man Martin Walker anmerkt, wie sehr er Frankreich liebt. Das hat er auch auf der Buchmesse betont. Seine Beschreibungen der Stadt und der Umgebung sind sehr liebevoll, finde ich.
Da der Autor das Kochen liebt, liegt ein besonderer Fokus auch auf den kulinarischen Gegebenheiten des Gebiets und deren Zubereitung. Als Vegetarierin finde ich manches davon nicht ansprechend, aber ich finde die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten in dem Buch ergeben einfach ein wunderbares Gesamtbild.

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No read-Phase: kann ein Bücherwurm in einer Lesekrise stecken?

Ja, er kann!

Ich wurde heute gefragt, was das letzte Buch war, das ich gelesen habe. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich momentan wieder in einer so genannten no read-Phase stecke. Das heißt, ich habe zwar einige Bücher angefangen, so richtig fesseln kann mich aber keines, sodass ich nach zwei, drei Seiten immer etwas anderes mache. Meistens sitze ich dann vor dem Computer, spiele irgendein Spiel und höre dabei Musik. Weiterlesen

Leider geht auch der schönste Urlaub…

… mal vorbei, weswegen ich nun wieder in Deutschland bin.
Paris war wie immer großartig, auch wenn es aufgrund der EM manchmal sehr nach Deutschland oder Österreich aussah. Nun bin ich also wieder in Hamburg und werde die nächsten Tage versuchen, wieder in den Alltag zurückzufinden. Dazu zählt natürlich auch, meinen Blog wieder auf Vordermann zu bringen.

Gelesen habe ich übrigens im Urlaub keine einzige Seite, dafür sind wir einfach zu viel durch die Gegend gelaufen. Auch wenn ich schon öfters dort war, gibt es immer noch Neues zu entdecken oder Altes wieder zu sehen,
Gekauft habe ich allerdings ein Buch. „Shakespeare and Company“ ist wohl immer noch die bekannteste englische Buchhandlung in Paris und genau dort waren wir. Ich habe dieses hier gekauft:

Stuart MacBride – Cold Granite

Mal sehen, ob ich wieder einen literarischen Bericht mit meinen entstandenen Bildern schreibe. 😉

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Urlaub – eine Abwesenheitsnotiz

Bonjour,

falls der ein oder die andere sich wundern wird, wieso nächste Woche keinerlei Beiträge auf meinem Blog erscheinen werden – ich werde im Urlaub sein.
Anhand der Begrüßung habe ich schon den dezenten Hinweis gegeben, wo es mich hinverschlägt. Es wird nach Frankreich gehen. Nein, nicht zur EM, das ist eher Zufall. Ein bei der Planung irgendwie nicht berücksichtigter Fakt, könnte man sagen.
Ich wünsche euch allen eine schöne, hoffentlich sonnige Woche!

Alles Liebe,
Ela

Gerd Schuster/ Willie Smits/ Jay Ullal – Die Denker des Dschungels: Der Orangutan-Report

Wahrscheinlich sollten meine Rezis objektiver sein, sich mit Stil und rhetorischen Figuren auseinandersetzen, um wirklich gehaltvoll zu sein. Vielleicht würde das die Blog-Beliebtheit sogar erhöhen, aber mir sind die Emotionen, die ein Buch auslöst und die Liebe zu den Charakteren viel wichtiger. Ein Sachbuch sollte informieren, aber wenn auch ein solches Buch etwas in mir auslöst ist es mehr wert als eines, das nur informiert.
Dieses Buch hat eine Menge Emotionen bei mir ausgelöst – wer Tiere nur als Tiere sieht oder Orangutans nur als wertlose Affen betrachtet, wird mit diesem Beitrag sicherlich nicht glücklich werden.

Das Buch beschäftigt sich mit der Bedrohung der Orangutans, den Artenschutz und jeder Menge persönlicher Erfahrungen der Autoren. Es ist eine schöne Mischung aus harten Fakten und Erlebnissen. Wobei „schön“ hier nicht aus den Inhalt zutrifft, denn was den Orangutans – und anderen Tierarten  im Regenwald – durch die Gier von Menschen angetan wird, ist sicher alles, aber nicht schön.
Schon vor der Lektüre war mir bewusst, wie viel Ähnlichkeit wir mit den klugen Tieren aus dem Dschungel haben. Doch die Geschichten haben nochmals verdeutlicht, wie sensibel und nachdenklich diese Tiere wirklich sind. Da sind Geschichten von Orangutans, die Menschen helfen, obwohl andere Menschen täglich ihren Wald abholzen und sie umbringen; es finden sich Geschichten zu Orangutans, die ihre Helfer als Helfer anerkennen und ihnen vertrauen, obwohl andere sie teilweise jahrelang in Käfige eingesperrt haben.
Die Autoren haben es wirklich verstanden, den Leser auf das Elend aufmerksam zu machen und zu unterstreichen, wie feinfühlig die Orangutans sind. Die zahlreichen Bilder unterstreichen das Geschriebene wunderbar und machen das Buch aus meiner Sicht zu etwas ganz Besonderem. Beim Lesen habe ich gelacht und geweint. Die Thematik und die Aufmachung sind einfach dazu gemacht, Emotionen anzusprechen. Wer dabei nicht zumindest nachdenklich wird, hat wahrscheinlich kein Herz oder ist nur an sich selbst interessiert. Was irgendwie fast auf das Gleiche hinausläuft.
Das Buch ist deprimierend: da die menschliche Gier und vor allem die Dummheit oftmals keine Grenzen kennt, ist nicht abzusehen, dass gravierende Änderungen zur Schützung des Regenwaldes und somit der Heimat der Orangutans eintreten. Doch es gibt Menschen wie Willie Smits, der sich aktiv und oftmals unter Bedrohugn seines eigenen Lebens für etwas einsetzt, was er als schützenswert erachtet. Für mich sind solche Menschen Helden, die es verdienen, dass man ihre Arbeit unterstützt oder zumindest honoriert.
Es wird im Buch eine Gruppe erwähnt, die sich mit dem Schutz des Regenwaldes beschäftigt. Sie sind zufälligerweise in Hamburg ansäßig und somit werde ich mir die Runde mal ansehen, um vielleicht einen kleinen Beitrag zu leisten, den Regenwald und viele Tierarten mit ihm zu schützen.

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Gewitter sind nur mit einem Buch zu ertragen!

Eigentlich wollte ich den heutigen Abend dazu nutzen, meine fälligen Rezis zu schreiben. Doch das Gewitter da draußen lenkt mich gerade ziemlich ab.
Gewitter sind ein extrem faszinierendes Phänomen, doch wie gefährlich sie sind, haben sie in den letzten Wochen wohl zur Genüge gezeigt. Kurzum: ich habe großen Respekt vor Gewittern und verziehe mich während eines solchen Schauspiels lieber ins Bett. Bevorzugt mit einem echt spannenden Buch, um mich halbwegs abzulenken.
Die Rezis müssen also warten während ich nun mein aktuelles Buch weiterlese. Keine Ahnung, ob es mit dem Wetter zusammenhängt, aber gefühlt lese ich momentan mehr als in den Wochen vorher – bei gleicher Arbeitsbelastung. Auch wieder eine interessante These… Vielleicht werde ich dazu mal Statistiken führen!

Ich wünsche euch einen schönen Abend und hoffentlich trockene Füße! 🙂

„Lesen deine Freunde auch so viel?“

Theoretisch hätte ich ja noch offene Rezensionen, die ich schreiben müsste, aber irgendwie musste ich eben an die Frage einer Bekannten denken: „Lesen deine Freunde auch so viel?“
Zunächst wollte ich entrüstet abstreiten, dass es so wäre. Schließlich suche ich mir meine Freunde doch nicht anhand ihre Bücherregals aus. Doch dann bin ich gedanklich alle meine wirklich guten Freunde durchgegangen und musste feststellen: wer wirklich als „guter Freund“ bezeichnet wird, liest auch. Nicht so viel wie ich, die haben wohl alle mehr richtige Hobbys als ich. Aber sie lesen. Sogar regelmäßig. Oftmals höre ich den Satz „Seit ich dich kenne, lese ich viel mehr“ oder auch „ich muss bei Büchern immer an dich denken und würde auch gerne noch mehr lesen“. Weiterlesen

Thomas Harris – Hannibal Rising

Manche möchten mich bei folgendem Satz sicherlich gleich wegsperren: Wenn ich den Namen Hannibal Lecter höre oder lese, schlägt mein Herz kaum merklich etwas schneller. Das liegt weniger daran, dass er ein Serienmörder ist, sondern eher an seiner kultuvierten, charismatischen Art. Zumindest ist das meine Erklärung und da ich keine Briefe in Gefängnisse verschicke, finde ich das glaubhaft… Es liegt übrigens auch nicht an Mads Mikkelsen, der den Hannibal in der gleichnamigen Serie verkörpert. Charisma und Raffinesse sind einfach eine unschlagbare Kombination für Protagonisten, die mich immer und immer wieder überzeugt!!
In „Hannibal Rising“ erzählt Thomas Harris die Geschichte des jungen Hannibal Lecter, der in seiner Kindheit schon viele schreckliche Ereignisse erleben muss. Es ist unfassbar, wie ein Autor einen für den Protagonisten einnehmen kann, obwohl man als Leser genau weiß, dass gerade etwas moralisch Verwerfliches passiert. Thomas Harris manipuliert den Leser durch seine Geschichte und obwohl ich mir dessen bewusst bin, kann ich meine Sympathie für den Jungen Hannibal nicht zurückziehen.

Das Buch ist die Vorgeschichte zu „Roter Drache“ und „Das Schweigen der Lämmer“. Es lässt tiefere Einblicke in Hannibals Seele zu, als sie in den vorherigen Büchern gegeben waren. Mir hat das gut gefallen. Endlich konnte ich ein paar Einblicke in die Motive von Hannibal gewinnen.
Das Leben des Jungen ist nicht leicht und schon nach wenigen Seiten wird das schöne, beschauliche Leben der Familie Lecter ins Chaos gestürzt. Das wird sich auch die folgenden Jahren nicht ändern. Eine spannungsreiche Neuigkeit folgt der nächsten, sodass man eigentlich gar nicht anders kann als weiterzulesen. Zumindest mir ist es sehr schwer gefallen, das Buch abends wegzulegen.
Das Cover ist übrigens grandios gewählt und gefällt mir ausgesprochen gut. Warum möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da ich ansonsten zu viele Details aus dem Buch erzählen müsste. Aber sagen wir, es hat einen Bezug zur Geschichte. Dieses kleine Details, das Cover, macht das Buch für mich noch schöner.

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Meine Lieblings-Buchreihen Teil II: Darren Shan – The Saga of Darren Shan

Mein allererster Blogbeitrag hat diese Reihe schon mal ganz kurz vorgestellt. Auch ein Jahr später muss ich noch immer zugeben, dass diese Reihe mir sehr gut gefallen hat und ich sie gerne weiterempfehle.

Worum geht es? Darren Shan wird zum Halbvampir und muss zusammen mit seinem Mentoren Larten Crepsley sehr viele Hürden überwinden. Vampire haben so viele Regeln, die es zu beachten gibt! Und dann gibt es auch noch einen gegnerischen Clan, der die Vampire um jeden Preis vernichten will. Anreiz genug, sich schnell an das neue Leben und die damit verbundenen Vor- sowie Nachteile zu gewöhnen. Weiterlesen