John Verdon – Die Handschrift des Todes

Da mein Rezi-Stapel momentan wieder um eines gestiegen ist, versuche ich mich heute Abend mal an einem Buch, das ich vor längerer Zeit beendet habe. Irgendwo muss man ja schließlich anfangen und „am Anfang“ fand ich immer eine gute Idee. 😉

Was tust du, wenn du einen Brief ohne Absender erhältst, der dir sagst, dass du dir eine Zahl ausdenken sollst? Und genau diese Zahl steht auch in dem Brief. Glaubst du an Zufälle? Unwahrscheinlich, denn dafür gibt es zu viele mögliche Zahlen, die du hättest wählen können. Doch wer kennt dich gut genug, um zu wissen, dass du diese Zahl wählen würdest? Doch dieser Brief war erst der Anfang des Grauens, das dich erwartet.
Als Gurneys ehemaliger Freund ihn um Hilfe bittet, weiß dieser nicht, was ihn erwarten wird. Denn was als harmlose Spinnerei gilt, wird bitterer Ernst. Je mehr Zeit Gurney investiert desto faszinierter ist er von den Rätseln. Wer allerdings einen tiefgründigen, überaus sympathischen Protagonisten möchte, ist sicher enttäuscht von Gurney. Dafür hat mir seine rationale Seite sehr gut gefallen, die versucht, die Rätsel mit Logik und Verstand zu entschlüsseln. Leider bleibt bei all der Logik die Emotionalität ein wenig auf der Strecke. Natürlich ist genau dies der Charakter dieses Mannes, aber mir gefällt so etwas nicht sonderlich. Zumindest bei einer Sache sollte ein Protagonist Feuer und Flamme sein – und das auch zeigen.
Ansonsten liebe ich diese „Killer spielt Spielchen mit seinen Opfern und der Polizei“-Nummer. Wenn sie gut gemacht ist, hat sie einen größeren Gruselfaktor als manche Horrorgeschichte sie je haben wird. In diesem Buch ist es gut gemacht. Es gibt viele Aspekte, die man beim Lesen plötzlich einbezieht, obwohl man nicht weiß, wie wichtig sie sind. Es werden Charaktere verdächtig, die vielleicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Das Ende ist dagegen eher eine Enttäuschung für mich. Da wollte der Autor wohl etwas Ungewöhnliches aus dem Hut zaubern. Das ist auch gelungen, für mich war es allerdings etwas zu dick aufgetragen. Manche Details waren einfach zu viel, um die Geschichte noch authentisch wirken zu lassen. Genau das ist für mich allerdings der Reiz an Thrillern und macht den Gruselfaktor : es könnte irgendwo genau so passieren in diesem Moment. Da wäre am Ende weniger mehr gewesen. Schade, denn das Buch hatte durchaus Potential ein Volltreffer zu werden. Zumindest wenn man sich damit anfreunden kann, dass die Beziehungen zwischen den Charakteren keine wesentliche Seitenanzahl einnimmt und der Fokus auf dem Polizei-Opfer-Spiel des Mörders liegt.

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Ein Gedanke zu “John Verdon – Die Handschrift des Todes

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