Simon Beckett – Der Hof

Simon Beckett hat mir in der Vergangenheit ein paar schlaflose Nächte bereitet. Die Reihe um David Hunter war sehr spannend, wohingegen die Bücher mit der roten Schrift auf dem Cover nicht mein Fall waren. Davon habe ich zwei oder drei Bücher gelesen und ich muss gestehen, dass ich mich beim Lesen oft gefragt habe, ob Simon Beckett diese Bücher wirklich geschrieben hat…
„Der Hof“ hat zwar wieder schwarze Schrift auf dem Cover, aber es geht nicht um David Hunter, sondern um Sean. Ein Tramper, der durch Zufall auf einem alten Hof landet. Dort tritt er in eine alte Eisenfalle und verletzt sich. Er darf bleiben, wenn er sich auf dem Hof nützlich macht und die Wände neu verputzt. Die Familie, bestehend aus dem Vater, zwei Töchter und dem Neffen, sind etwas seltsam. Sean ist sich nicht sicher, welches Geheimnis sie verbergen, aber auch er ist nicht ohne symbolisches Gepäck angereist und möchte nicht, dass jemand in seiner Vergangenheit wühlt…

Ein abgelegner Hof, eine Familie, die im vergangenen Jahrhundert zu leben scheint und keinerlei Kontakt zur Außenwelt pflegt, ein Tramper – eine interessante Mischung, die da zusammenkommt. Leider stellenweise genauso vorhersehbar wie an anderer Stelle gut verpackt.
Das Buch erzählt zwei Handlungsstränge: einerseits die Geschichte auf dem Hof in Frankreich, andererseits Seans altes Leben in England. Die Hintergrundgeschichte von Sean hat mir tatsächlich ein wenig besser gefallen als die Hauptgeschichte, da sie weniger klischeehaft ist. Hier kommen noch Impulse rein, die nicht in typischen Familiendramen verarbeitet wurden.
Das Buch ist wirklich nicht schlecht, aber wer viel liest, kann sich bei den Wörtern „abgeschiedener Hof“ und „Familie ohne Mutter“ schon denken, was in etwa auf ihn zukommt. Die Figuren sind leider auch nicht besonders außergewöhnlich. Schade, aber besonders ausgereifte Charaktere hätten auch nicht zur Geschichte gepasst. Das Leben auf dem Hof und das unerwartete Eindringen von Sean in dieses Familiengebilde wurde jedoch gut dargestellt und hat mir gut gefallen. Man merkte beim Lesen richtig den Winderwillen beider Parteien, sich in irgendeiner Form aufeinander einzulassen.
Trotzdem bin ich am Ende nicht überzeugt. Gerade durch das letzte Viertel der Geschichte, das ein wenig zu weit hergeholt auf mich wirkte. An dieser Stelle möchte ich aber auch nicht zu viel verraten, vielleicht hat der ein oder andere das Buch noch auf dem SuB liegen. 🙂

DSCI0603

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9 Gedanken zu “Simon Beckett – Der Hof

  1. Pingback: Bewertungen zu den gelesenen Büchern | buecherlogie

      • Hast Du zufällig das Buch „Tiere“ von ihm gelesen, hat auch einen roten Titel und soll wohl ziemlich bekloppt und krass sein. Da Du mir ja jetzt auch von den „roten Titeln“ abgeraten hast, werde ich dann davon wohl keins lesen. Vll. auch eher „Der Hof“.

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      • Ich glaube, ich hasse „Tiere“ und „Obsession“ gelesen, das ist aber mindestens fünf Jahre her. Geblieben ist nur das Gefühl, dass mir diese Bücher absolut nicht gefallen haben.
        „Der Hof“ ist okay, aber lange nicht so gut wie die Bücher um David Hunter.

        Gefällt 1 Person

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