Angela Marsons – Evil Games: Wer ist ohne Schuld?

  • Seitenzahl: 470
  • Erscheinungsdatum: 2016 (Deutschland)
  • PIPER Verlag

Ein großes Dankeschön an den Verlag, der mir großzügigerweise ein Exemplar zukommen ließ! Da ein Blogger-Exemplar niemals ohne Gegenleistung erfolgen sollte, kommt hier meine Rezension zum Buch.

Detective Inspector Kim Stone und ihr Team beschäftigen sich mit Todesfällen, die in ihrer Region auftreten. Ruth tötet beispielsweise ihren Vergewaltiger, der vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen wurde. Vorher war sie jedoch nie gewalttätig und sie befand sich zudem in psychologischer Behandlung. Verständlich, denken auch manche der Polizisten, doch es gibt noch andere Fälle.
Die Geschichte des Missbrauchs von Daisy und ihrer kleinen Schwester sind sicherlich ein weiteres sehr düsteres Kapitel in diesem Buch. Aber auch Barrys Geschichte oder die von Shane sind traurig.
Hinzu kommt, dass auch die Polizistin Kim Stone einiges an seelischem Balast mit sich herumschleppt. Ihre Vergangenheit wird ihr in diesem Fall fast zum Verhängnis. Denn wer selbst kein Gewissen hat, kann das anderer leicht manipulieren.

Ich habe bereits in meinem Beitrag [Heute lese ich…] Evil Games: Wer ist ohne Schuld? kurz erwähnt, wie mein erster Eindruck war. Nachdem ich nun fertig bin, kann ich natürlich noch mehr sagen.
Der Stil entspricht dem, was man von einem guten Krimi erwarten würde: eine schnellebige Geschichte mit kürzeren Kapiteln; viele Ereignisse, die nach und nach schneller auf den Leser einpraseln; weniger tiefgehende Gedanken als pragmatische Handlungen der Protagonisten. Alles in allem also genau das, was man als Leser bei solch einer Geschichte erwarten würde und was meines Erachtens nach auch gut passt.
Der Hauptcharakter Kim ist auch mit typischen Charakterzügen versehen, die oftmals in Thrillern oder Krimis vorkommen: sie ist jemand, der viel Leid erfahren hat in der Vergangenheit, was sich auf die Handlungen und Beziehungen in der Gegenwart auswirkt. Trotzdem gibt es hier und dort kleinere Lichtblicke in ihrem Leben. Einer kommt in Form eines Hundes daher. Kim ist sympathischer, ihr vermeintlicher Gegner dafür umso interessanter: Soziopathen sind ein interessantes Feld, gut dargestellt können sie eine auch eine langatmigere Geschichte durchaus sehr spannend gestalten. Ohne Psychologie studiert zu haben und daher eher laienhaftes Wissen mitzubringen, kann ich nur sagen, dass mich die Darstellung von Angela Marsons überzeugt hat. Sie wirkt nicht zu übertrieben, sondern geradezu erschreckend realistisch. Dieser Konflikt zwischen den beiden hat mir gut gefallen. Schade ist, dass dadurch die anderen Charaktere ein wenig in den Hintergrund gerückt sind. Zu Kims Partner Bryant oder ihrer Kollegin Stace hätte ich mir zum Beispiel mehr Informationen gewünscht. Aberes  gibt sogar noch mehr Bücher über Kim Stone und ihr Team. Band eins heißt übrigens „Silent Scream: wie lange kannst du schweigen?“. Das kenne ich bisher nicht, aber ich werde es definitiv lesen.

Der Inhalt ist schlüssig, viele kleine Teile ergeben am Ende ein komplexeres Gesamtbild. Das Zusammenfügen der einzelnen Stücke dauert eine Weile, was aber nicht schlimm ist. Ständig gibt es neue Details und obwohl die Geschichte einigermaßen vielschichtig ist, fühlte ich mich beim Lesen nicht gehetzt und unnötig schnell durch die Gegend gezerrt.
Das Buch war auf jeden Fall spannend genug, es abends nur schwer weglegen zu können. Was allerdings jedem klar sein sollte: wer viele Krimis und Thriller liest, wird nicht sehr überrrascht sein beim Lesen. Einige Elemente kommen in solchen Geschichten einfach immer mal wieder vor, aber das sollte kein Ausschlusskriterium sein. Wer Kriminalgeschichten mag, kann mit „Evil Games: Wer ist ohne Schuld?“ sicher ein paar tolle Lesestunden verbringen. Das Cover passt farblich auch gut zum Herbst, finde ich.

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Angela Marsons – Evil Games: Wer ist ohne Schuld?

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