Jonathan Safran Foer – Extremely Loud & Incredibly Close (Extrem laut & unglaublich nah)

Ich hatte ja vor ein paar Tagen in [heute lese ich…] Extremely Loud & Incredibly Close erwähnt, dass ich dieses Buch aktuell lese und am Wochenende auch beenden werde. Das ist mir sogar Freitagnacht noch gelungen, aber ich wollte noch ein wenig mit der Rezi warten, da das Buch eine Menge Details und vor allem auch viele Emotionen enthält.

Oskar ist relativ auffällig: er ist auf der einen Seite bessewisserisch und altklug. Doch auf der anderen Seite ist er auch verletzlich und kommt mit Menschen nicht gut zurecht. Alles wird schlimmer, als sein Vater am 11. September 2001 im World Trade Center ums Leben kommt. Er entfremdet sich immer weiter von seiner Mutter, die ihm nicht genug um ihren Ehemann trauert.
Als Oskar die Sachen seines Vaters durchwühlt, findet er eine alte Vase mit einem Schlüssel und dem Namen „Black“. Oskar ist der Meinung, dass der Schlüssel für ihn hinterlassen wurde und mit Sicherheit einen Hinweis darauf bietet, weswegen sein Vater im World Trade Center war. So beginnt er, nach allen Menschen mit dem Namen „Black“ zu suchen, die in New York gelistet sind. Das sind natürlich eine Menge Namen und kostet extrem viel Zeit. Auf seiner Suche freundet er sich mit dem Untermieter seiner Großmutter an und lernt eine Reihe von Menschen kennen, die ihm alle eine Geschichte aus ihrem Leben erzählen.
Am Ende zeigt sich, dass der Schlüssel kein Hinweis für Oskar war, sondern dass er nur versehentlich in den Besitz von Oskars Vater gelangt ist. Natürlich ist der Junge tief enttäuscht. Am Ende erfährt er jedoch noch, dass seine Mutter von seiner Suche wusste und alle Menschen mit dem Namen „Black“ angerufen hat, damit sie nett zu Oskar sind, wenn er auftaucht. Darüber hinaus zeigt sich, dass der stumme Untermieter seiner Großmutter sein Großvater ist.

„Extremely Loud & Incredibly Close“ zeigt die Trauer eines Jungen, der seinen Vater am 11. September 2001 verloren hat. Es ist der Versuch, etwas auszudrücken, was fast nicht in Worten auszudrücken ist. Das Buch ist natürlich eine tragische Geschichte, aber es gibt immer mal wieder Lichtblicke: der Großvater, der wieder aufgetaucht ist; die Menschen, die Oskar trifft und die ihm Geschichten erzählen; die Taten der Mutter.
Für mich ist das Buch recht einzigartig.  Nicht nur aufgrund der Thematik oder der Umsetzung, die ich sehr gelungen finde. Nein, auch der Stil ist schlichtweg nicht alltäglich. Es gibt Bilder, die in das Buch eingebettet sind, einige Seiten bestehen nur aus einem Satz, andere sind mit Fetzen eines Dialogs bedruckt. Alles passt hervorragend zu den Gedanken und Empfindungen von Oskar. Ich gestehe, dass mir das Lesen dadurch nicht immer ganz einfach gefallen ist, aber es lohnt sich.
Dass das Buch kein Happy End hat, wie man es sich erhofft hat, da der Schlüssel leider nichts mit Oskar oder seinem Vater zu tun hat, spielt dabei keine Rolle. Oskar hat seinen Großvater gefunden und fühlt sich seiner Mutter sehr viel näher als vor langer Zeit. Darüber hinaus konnte er ein paar Geheimnisse von dem Tag, als sein Vater starb, mit jemandem teilen. Auch wenn Oskar nicht das bekommen hat, was er gesucht hat, hat er doch eine Menge gewonnen.

Da es einen Film gibt und ich sehr neugierig auf die Umsetzung bin, werde ich ihn mir vielleicht heute Abend ansehen, wenn genug Zeit bleibt.

dsci0680

Jonathan Safran Foer – Extremely Loud & Incredibly Close

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12 Gedanken zu “Jonathan Safran Foer – Extremely Loud & Incredibly Close (Extrem laut & unglaublich nah)

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