Ann Granger – Mord wirft lange Schatten

  • Bastei Lübbe-Verlag
  • Erscheindungsdatum der deutschsprachigen Ausgabe: 2005
  • Seitenzahl: 463

So richtig schätzen gelernt habe ich die Reihe um Alan Marky und Meredith Mitchell erst nachdem ich vor einigen Monaten mit einer Freundin darüber gespochen habe. Keine Ahnung, warum sie mir vorher eher mittelmäßig erschienen sind, denn Ann Granger schreibt gute, englische Krimis.
In „Mord wift lange Schatten“ geht es um die Geschichte eines angeklagten Mörders, der im Jahre 1889 seine Frau umgebracht haben soll. William Oakley wird freigesprochen und verschwindet aus England. Mehr als hundert Jahre später taucht ein junger Mann namens Jan auf und behauptet, sein Urenkel zu sein. Die beiden verbliebenen Frauen der Oakley-Familie stehen sofort unter Stress, denn der junge Mann behauptet, dass ihm die Hälfte des Herrenhauses gehört. Ein Haus, dass die beiden Oakley-Schwestern verkaufen wollten, um ihre letzten Jahre in einer kleineren, moderneren Wohnung zu verbringen. Dann stirbt Jan und sofort stehen sehr viele Einwohner der kleinen englischen Ortschaft unter Verdacht, denn beliebt war der unerwartete Gast sicherlich bei niemanden…

Ich mag diese englischen Krimis irgendwie. Eigentlich ist es interessant, weil London mich im wahren Leben nicht so sehr überzeugen konnte.
Es ist darüber hinaus noch etwas ganz anderes, wenn die beschriebenen Mordfälle in einem kleinen Dorf geschehen und nicht in einer Großstadt wie London. Es ist irgendwie persönlicher und wenn man mehr Bücher von Ann Granger liest, kommt es einem fast so vor, als wäre man Teil dieser Gemeinschaft.
Ich schätze an Ann Grangers Büchern vor allem den Schreibstil. Es ist leichte Lektüre, bei der aber jedes einzelne Wort, jeder einzelne Satz und jedes Detail wichtig sein kann. Jedes nicht gut durchdachte Wort eines Charakters kann zu einem ganzen Dialog führen. Solche Spitzfindigkeiten finde ich im realen Leben meistens auch recht amüsant, weswegen ich gerne darüber lese.
Da ich schon ein paar Krimis von Ann Granger gelesen habe, war mir an dieser einen Stelle auch klar, dass es wichtig sein wird für die Auflösung. Trotzdem ist die Rekonstruktion des Tathergangs in meinen Augen gut gelungen und auch sehr spannend. Die Hauptcharaktere Alan Marky und Meredith Mitchell finde ich sowieso sehr liebenswert. Beide haben ihre eigenen Ansichten, beide wollen etwas durchsetzen in ihrer Beziehung und oftmals kommt es deswegen zu Krach. Mir gefällt es jedoch, wie sie sich nicht nur um sich selbst, sondern auch um andere kümmern. Glorreich lösen sie den ein oder anderen Fall gemeinsam, obwohl nur Marky bei der Polizei arbeitet. Aber sicherlich würde er sich nicht über seine kluge Freundin beschweren, auch wenn sie sein Leben manchmal eher komplizierter als leichter macht.

Wer ein ganzes Dorf voller interessanter Charaktere und zudem eine spannende Kriminalgeschichte kennenlernen möchte, sollte „Mord wirft lange Schatten“ vielleicht kaufen. Allerdings würde ich mich ein wenig an der Reihenfolge halten, da die Beziehung zwischen Alan und Meredith sich erst im Laufe der Zeit entwickelt.

Ann Granger.png

Ann Granger – Mord wirft lange Schatten

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s