Qiu Xiaolong – Tod einer roten Heldin

  • Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Erscheinunsgdatum der deutschsprachigen Ausgabe: 2003
  • Seitenzahl: 460

Dieses Buch ist ganz ursprünglich mal auf meiner Wunschliste gelandet, da ich für die Bücherliste: A-Z einen Autoren mit dem Buchstaben „x“ gebraucht habe. Meinen ersten Versuch mit dem Buch habe ich nach ungefähr fünf Seiten auch aufgegeben. Durch die asiatischen Namen war ich nach kurzer Zeit doch ziemlich verwirrt. Deswegen habe ich mich bei meiner Urlaubslektüre auch bewusst für dieses Buch entschieden. Irgendwann musste ich es schließlich auch mal lesen.

China in den 90er Jahren, in einem Kanal wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Guan Hongying war nicht nur Leiterin einer Kosmetikabteilung in einem Kaufhaus, sondern auch ein politischer Stern in der Partei.
Umso verwunderter ist Oberinspektor Chen als er in der Wohnung der Frau erotische Fotos findet. Die Überprüfung ihrer Anrufe zeigt, dass sie immer wieder Anrufe der gleichen Nummer erhalten hat: der Besitzes des Anschlusses ist Wu Bing, ehemaliger Propagandaminister, der nun im Koma liegt.  Chen, der ursprünglich am Fremdspracheninstitut studiert hat, muss nun seinen ersten eigenen Mordfall lösen. Doch dabei muss er nicht nur die aufkommenden Probleme lösen, die mit dem zusammenhängen, sondern auch innerhalb der Polizei beweisen, dass er nicht nur Gedichte schreiben kann, sondern auch gute Polizeiarbeitet leistet.

Es ist definitiv mal etwas anderes, ein Buch zu lesen, das in Asien spielt. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich lese selten Bücher von asiatischen Autoren oder welche, die an solchen Schauplätzen spielen. Qiu Xiaolong beschreibt nicht nur die politische Lager der 90er Jahre, sondern auch das allgemeine Leben der normalen Bevölkerung. Sei es der Einkauf auf dem Markt, die Wohnungssuche oder die Jobsuche. Diese Beschreibungen sind alleine schon sehr beeindruckend und auch interessant.
Der Mordfall und die Ermittlungen, die daran geknüpft sind, hängen ebenfalls sehr stark mit der politischen Kultur in China zusammen. Da werden Spuren verwischt oder Ermittlungen abgegeben, sobald bekannte, wichtige Persönlichkeiten ins spiel kommen. Für den Oberinspektor Chen ist dies nicht nachvollziehbar, für ihn sind alle Verbrecher gleich und sollten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Deswegen umgeht er manche Regeln seines Vorgesetzten auf geschickte Art und Weise, um den wahren Schuldigen zu finden. Das bringt ihn jedoch auf die Abschussliste der Partei, die ihn jederzeit versetzen können. Keine perfekten Bedingungen also, um einen so brisanten Fall aufzuklären. Gerade diese Verstrickungen aller Lebensweise macht dieses Buch zu einer guten Lektüre. Aus westlicher Sicht ist so etwas schwer vorstellbar, das muss ich zugeben.
Chen ist vom Charakter her vergleichbar mit Brunetti aus den Büchern von Donna Leon. Beide umgehen die Anordnungen des Vorgesetzten gerne mal und bekommen dabei tatkräftige Unterstützung von Freunden und ihren Partnern bei der Polizei. Brunetti mag ich sehr gerne, weswegen auch Chen mir als Protagonist sehr gut gefallen hat.

Vom Stil her ist das Buch her übrigens recht einfach gehalten, so wie es für Krimis üblich ist. Trotzdem hat mir der Aufbau gefallen: zunächst wird ein wenig von Chen und seinem Leben erzählt, dann wird der Fall langsam, aber stetig rekonstruiert. Beim Lesen hatte ich nie das Gefühl, dass die Geschichte zu schnell oder zu langsam vorangetrieben wird. Einzig die Problematik mit den Namen hatte ich am Anfang ja bereits erwähnt. Es ist recht schwierig, asiatische Namen auseinander zu halten, wenn auf den ersten Seiten sehr viele Namen genannt werden. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit.

Also wer Brunetti mag, könnte Chen ebenfalls lieben lernen. Derjenige sollte „Tod einer roten Heldin“ dann lesen.

tod-einer-roten-heldin

Qiu Xiaolong – Tod einer roten Heldin

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s