Christoph Wittmann/ Martin Semesch – Thrill: Das Vermächtnis/Zeit der Vergeltung

Puh, es ist wirklich lange her, dass ich dieses ebook gelesen habe. Deswegen bin ich momentan auch unsicher, wie gehaltvoll meine Rezi sein wird, aber für einen kurzen Eindruck wird es immerhin reichen.

1) Das Vermächtnis
Augustus Templeton Warne ist nicht nur ehemaliger FBI-Agent, sondern auch ein gesuchter Mörder, der dem FBI bisher immer wieder entkommen ist. Da er hochintelligent ist, gelingt es ihm immer, seine Spuren zu verwischen. Doch dann bekommt sein ehemaliger Partner Jeff Blake Post von Warne. Dieser hält sich momentan in Deutschland auf und will augenscheinlich, dass Blake ihn sucht. Alles sieht nach einem Hinterhalt aus, aber da Blake die Frage quält, weswegen sein ehemaliger Kollege und Freund zum Mörder wurde, lässt er sich auf das Katz-und-Maus-Spiel ein. Ein hochintelligenter Mann, der die Seite gewechselt hat und zum Mörder wurde, ist immer ein spannendes Thema, finde ich. allerdings nur wenn man als Leser auch Zugang zu den Gedankengängen des Täters hat. Das ist hier tatsächlich der Fall, auch wenn die Informationen eher bruchstückhaft ans Licht kommen.
Warne und Blake sind beides ziemlich sympathische Charaktere, beide auf ihre eigene Art und Weise. Richtig viel gemeinsam haben sie nicht, außer ihre Vergangenheit beim FBI. Trotzdem waren sie gute Freunde. Eine Tatsache, die für die Geschichte wichtig ist, denn wer würde sonst von den USA nach  Deutschland fliegen, um einen Mörder zu suchen, obwohl es gute Gründe gibt, im Heimatland zu bleiben?

„Das Vermächtnis“ ist eine spannende, schnellelbige Geschichte. Hier gibt es keine größeren Flauten, in denen nichts passiert. Stattdessen ist an irgendeiner Stelle  – entweder bei Warne, Blake oder anderen Charakteren – immer etwas los. Interessanter wird die Geschichte nur dadurch, dass sie zu einem großen Teil in einer psychiatrischen Anstalt stattfindet. Der perfekte Ort für eine solche Geschichte, vor allem wenn diese anstalt noch mitten in einem Wald steht und es ein großes Kellergewölbe gibt.
Typisch für diese Art von Buch ist wohl, dass es actionreich ist, aber es keine allzu tiefgehenden Gespräche oder Gedankengänge der Protagonisten gibt. Für mich völlig nachvollziehbar.

Der erste Teil des ebooks hat mir gut gefallen, da es nicht nur spannend ist, sondern die Charaktere sehr einnehmend sind. Selbst die vermeintliche Gegenseite hat einen interessanten Protagonisten, der,  beeinflusst von seiner Vergangenheit, seine Taten vollbringt.
Warum Warne zum Mörder wurde, wird übrigens aufgedeckt, aber eher am Rande zwischen tür und Angel besprochen. Das fand ich etwas knapp bemessen, dafür dass dies der Ausgangspunkt für alles ist.

2) Zeit der Vergeltung
Im zweiten Teil ist Vincent Colton der Protagonist. Er ist ein Detective bei der New Yorker Polizei und steht kurz vor seiner Pensionierung. Als er schon nicht mehr damit rechnet, spektakuläre Fälle zu übernehmen, wird er zu einer heruntergekommenen Gegend in Brooklyn gerufen. Alles sieht nach einem Streit zwischen einem Drogensüchtigen und seinem Dealer aus, doch dann bekommt Colton einen Anruf vom Täter. Schnell wird klar, dass er den Fall weder abgeben kann noch will.

Eigentlich hatte ich stark gehofft, dass Warne auch im zweiten Teil des ebooks der Protagonist sein würde. Dementsprechend war ich ein bisschen enttäuscht und die Geschichte konnte mich zunächst überhaupt nicht überzeugen.
Ein Polizist, der gedanklich schon in Rente gegangen ist, ist halt doch eine andere Persönlichkeit als jemand, der quasi in den besten Jahren seiner Laufbahn stecken könnte und zum Mörder geworden ist.
Nichtsdestotrotz ist diese Geschichte keine schlechte. Die große Frage ist von Anfang an, aus welchem Grund bestimmte Personen sterben müssen. Sie haben keinerlei Gemeinsamkeiten, keine Berühungspunkte, sodass Colton und seine Partnerin lange Zeit im Dunkeln tappen.
In diesem Buch wird die solide Polizeiarbeit in Form von Befragungen, frustrierende Stunden, in denen man kein Stück weiterkommt, und das endlose Auswerten von Daten besonders gut beschrieben. Nicht ellenlang, aber es wird immer wieder dargestellt. Man könnte sagen, dass diese Geschichte der Kontrast zur ersten Geschichte darstellt, in der vieles doch actionreicher à la Hollywood dargestellt wird.

Wenn ich mich festlegen müsste, würde „Das Vermächtnis“ auf jeden Fall die bessere Note erhalten.

thrill

Christoph Wittmann/ Martin Semesch – Thrill: Das Vermächtnis/Zeit der Vergeltung

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