Dmitry Glukhovsky – Metro 2035

Als ich dieses Buch vor ein paar Tagen gekauft habe, sagte mein Arbeitskollege noch, dass er für die knapp 800 Seiten wahrscheinlich ein Dreivierteljahr brauchen würde. So lange hat es bei mir nun nicht gedauert, nur sechs Tage und das ist schon relativ lange. Hach ja, wenn einem das Leben nicht immer vom Lesen abhalten würde.
Bereits am Freitag hatte ich euch beim [heute lese ich…]-Beitrag einen ersten Eindruck vermittelt, wie mir das Buch gefallen hat. Nun kommt also meine abschließende Meinung zu „Metro 2035“.Wir schreiben das Jahr 2035, vor über 20 Jahren wurde die Welt, wie wir sie heute kennen, zerstört. Seitdem lebt ein Teil der russischen Bevölkerung in der Metro. Das System, was bisher aufrecht erhalten wurde, droht nun jedoch zusammenzubrechen. Die Pilze, eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, sind von einer Krankheit befallen und verschimmeln. Die Menschen in der Metro bekriegen sich gegenseitig, es geht um Lebensraum und Ressourcen.
Artjom denkt jedoch immer noch, dass es möglich wäre, an die Oberfläche zurückzukehren und dass es noch andere Menschen geben muss. Aufgrund dessen begibt er sich immer wieder in die Stadt Moskau und setzt Funksignale ab. Eine Antwort erhält er jedoch nicht. Eines Tages entdeckt er jedoch mit zwei anderen riesige Windräder. Außer sich vor Freude denkt er, dass sie dazu dienen, Strom zu erzeugen. Schnell erkennen sie jedoch, dass es sich um Störsender handelt, die den Funkverkehr unterbinden. Es gibt noch andere Menschen auf der ganzen Welt, nur wird ihnen das vorenhalten. Artjom steckt nun in einer Zwickmühle: er riskiert sein Leben, wenn er sich mit dem politischen System anlegt, andererseits möchte er seine Mitmenschen gerne an die Oberfläche führen und ihnen ein menschenwürdigeres Leben ermöglichen.

Nachdem ich die ersten beiden Bücher der Metro-Reihe gelesen habe, hatte ich das dazugehörige Computerspiel (hallo an meinen vorherigen Mitbewohner!) gespielt, weswegen ich nun immer diese Bilder im Kopf hatte beim Lesen. Nicht die schlechteste Wahl, da ich das Spiel ebenfalls gut fand. Aber darum geht es nun ja nicht!
Die Geschichte von Dmitry Glukhovyks ist alles, aber nicht langweilig. Der Kampf ums Überleben sowie der Stress, der durch die Situation für alle Menschen entsteht, ist während des Lesens deutlich spürbar. Interessant finde ich, dass nicht nur Artjoms Geschichte erzählt wird, sondern sehr viele Einzelschicksale, beispielsweise Homers oder Anjas, miterzählt werden. So bekommt man einen Eindruck davon, wie unterschiedlich sich das Leben in der Metro auf die einzelnen Charaktere auswirkt.
Etwas schwierig fand ich teilweise die Selbstgespräche von Artjom. Es passt durchaus zu seiner Verfassung und spiegelt seine Gefühle gut wider, aber ich habe das als anstrengend empfunden. Ich finde seitenweise Sätze, die mit drei Punkten enden irgendwann unnötig und auch störend.

Das Ende der Geschichte ist kein typisches Happy End, sondern eine Mischung aus Tragik und erwünschtem Ende. Allerdings hätte ein rundum positives Ergebnis am Ende der Geschichte nicht gepasst, meiner Meinung nach. Der Ort, die Vergangenheit von Moskau und den Menschen hätte nicht gut zu „und am Ende lebten alle glücklich bis an ihr Lebensende zusammen“ gepasst.

Der Stil ist allerdings rauer als in den vorherigen beiden Teilen oder kommt mir das nur so vor?

metro

Dmitry Glukhovsky – Metro 2035

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