Henning Mankell – Der Mann, der lächelte

Zum Samstag gibt es noch eine Rezi von mir. Natürlich lauern die Unisachen schon im Hintergrund und versuchen, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, aber die müssen nun kurz leise sein. 😉

Zwei tote Anwälte und eine Spur, die zu einem mächtigen Unternehmer führt. Der Held der Buchreihe wird von persönlichen Gefühlen übermannt, er hat den Entschluss gefasst, den Polizeidienst aufzugeben. Dieser wird jedoch durch den Tod des einen Anwalts ins Wanken gebracht, da die beiden sich sehr lange kennen und befreundet waren. Er kehrt zurück und übernimmt die Ermittlungen. Neben Erfolgen, die er erzielt, gibt es allerdings auch eine dunkle Seite. Eine Seite, die ihm ständig zuflüstert, dass er den Dienst aufgeben sollte, dass er nicht mehr die richtigen Entscheidungen treffen kann.
So muss Wallander die Ermittlungen leiten, obwohl er seine persönlichen Dämonen (noch) nicht besiegt hat. Steine werden ihm dabei mehr als genug in den Weg gelegt.

„Der Mann, der lächelte“ ist eine Geschichte, in der sehr vieles steckt. Einerseits sind die Ermittlungen um den Tod der beiden Anwälte – übrigens Vater und Sohn – sehr spannend. Hier fügen sich nach und nach viele kleine Puzzleteile zu einem Bild zusammen. Dazu braucht es allerdings einen Wallander, der auch mal ungewöhnliche Wege geht. Der reiche und mächtige Unternehmer ist natürlich ein ernstunehmender Gegner. Auch sein Chef legt Wallander kleinere Steine in den Weg, immerhin handelt es sich bei dem Unternehmer um eine wichtige Persönlichkeit, der man mit Respekt und Vorsicht zu begegnen hat.
Auf der anderen Seite steht Wallanders persönliche Lebenskrise. Er möchte seinen Dienst quittieren nachdem er einen Menschen in Ausübung seiner Pflicht erschossen hat. Diese Selbstzweifel halten auch bis zum Ende der Geschichte an.
Eine kleine Bemerkung am Rande: Als ich am Donnerstag auf einer Lesung mit Arne Dahl war, musste ich ziemlich lachen, als dieser sagte, er möge Wallander als Figur nicht. Dieser wäre ihm zu depressiv. Da kann ich ihn sehr gut verstehen. Auch mir ging das quasi ununterbrochene Gejammer irgendwann ein wenig auf die Nerven.

Das Buch ist aus meiner Sicht ein typisches Buch von Henning Mankell, der die persönlichen Geschichten seiner Figuren immer mit der Hauptgeschichte verbunden hat. So spielen Charaktere aus Wallanders Vergangenheit auch in „Der Mann, der lächelte“ eine größere Rolle.
Obwohl die Geschichte nicht schlecht ist, hat sie mich nicht überzeugen können. Die Details sind gut durchdacht und auch zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammengesetzt, aber auf mich wirkte einiges zu konstruiert. Ein Beispiel: Am Ende rettet Wallander sich, indem er zwei ausgebildete, militärerfahrene Leibwächter überrumpelt, ihnen die Waffe abnimmt und auf sie schießt. Natürlich sind die beiden dann außer Gefecht gesetzt und Wallander kann fliehen. Dass solche Menschen, die eine Spezialausbildung durchlaufen haben, sich von einem – entschuldigt! – quasi Dorfpolizisten überrumpeln lassen, fand ich etwaszu weit hergeholt.

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Henning Mankell – Der Mann, der lächelte

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