Arne Dahl – Ungeschoren

Bereits im Bericht zum Krimifestival 2016 wurde dieses Buch erwähnt. Allerdings nur dahingehend, dass ich es habe signieren lassen. „Ungeschoren“ ist wieder eines dieser Bücher, die ich nach Gefühl ausgewählt habe ohne mich darum zu kümmern, dass es Teil einer Reihe ist…

Das Buch dreht sich um das A-Team, einer Gruppe von Polizisten, die sich mit besonders brisanten Fällen beschäftigt. Die Fälle häufen sich auf ihren Schreibtischen: eine junge Frau behauptet, in Notwehr ihren Bruder umgebracht zu haben. Doch ihre Geschichte kann nicht stimmen. Eine polnische Krankenschwester, die seit kurzer Zeit in Schweden lebt, wird mit einer Axt erschlagen und die Spuren führen zurück in ihre Heimat Polen. Dann taucht noch ein weiterer Toter auf. Ein Mann, der seine Frau misshandelt hat und dann auf den Grund eines Sees gefunden wird.
Doch nicht nur mit den Fällen haben die Polizisten zu kämpfen. Es gab Umstrukturierungen innerhalb des Teams. Kerstin Holm ist nun die Chefin der Gruppe, Paul Hjelm hat einen neuen Posten angetreten und zwei neue Kollegen unterstützen sie.

„Ungeschoren“ ist mein erstes Buch von Arne Dahl. Nach der Lesung mir ihm im November war ich sehr gespannt, wie mir die Geschichte gefallen würde.
Ich muss gestehen, dass der Einstieg nicht gerade einfach war. Arne Dahl hat fast jeden Charakter, der im Buch eine Rolle spielen wird, auf den ersten Seiten eingebracht. Da ich keinen der anderen Teile um die A-Reihe kenne, war das eine wirkliche Herausforderung. So viele Namen, so viele Beschreibungen, so viele Anspielungen. Das sollte mir wahrscheinlich eine Lehre sein, nicht immer mitten in einer Buchreihe anzufangen, aber sich so etwas vorzunehmen, ist verschwendete Zeit.

Leider muss ich auch sagen, dass „Ungeschoren“ mich nicht komplett überzeugen konnte. Der Inhalt, der hinten auf dem Buch beschrieben wird, spielt erst im letzten Drittel eine wirkliche Rolle. Gerade am Anfang ist es viel Geplänkel zwischen den einzelnen Charakteren. Da wäre ich manchmal lieber schneller vorangekommen. Zumal die Idee im Hintergrund wirklich gut ist.

Darüber hinaus arbeitet Arne Dahl sehr viel mit Wiederholungen von einzelnen Passagen oder Sätzen. Das ist beim ersten Mal sicher noch ein interessantes Stilmittel, wenn dieser eine Satz aber fünfmal auf einer Seite geschrieben wird, ist das irgendwann anstrengend. Zumindest empfinde ich solche Wiederholungen oftmals als nervig und unnötig.

Die einzelnen Charaktere der Gruppe fand ich jedoch sehr interessant. Dass auch etwas aus dem jeweiligen Privatleben erzählt wurde, fand ich natürlich positiv. Auch die Verstrickungen der Sozialbeziehungen untereinander fand ich spannend. So rücken auch mal die negativen Gefühle, die bei der Zusammenarbeit mit Kollegen entstehen, in den Vordergrund.

Vielleicht versuche ich in ein paar Monaten mal den ersten Teil der Reihe und schaue, ob ich dann besser mit Arne Dahls Schreibstil zurechtkomme. Wahrscheinlich fällt es mir leichter, mich auf die Geschichte und den Stil einzulassen, wenn ich nicht öfters verwirrt bin durch die Konstellation der auftretenden Personen.

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Arne Dahl – Ungeschoren (PIPER)

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