Volker Klüpfel/ Michael Kobr – Herzblut

Kluftinger wird während einer Pressekonferenz angerufen und nimmt das Telefonat sogar an. Sehr zum Missfallen seines Chefs und eines Mitarbeiters. Was er zu hören bekommt, ergibt für ihn zunächst wenig Sinn. Trotzdem ist er sich sicher, dass er Zeuge eines Mordes geworden ist. So macht er sich alleine auf die Suche, denn seine Mitarbeiter halten es für ein Hirngespsinst. Nur eine Leiche kann er zunächst nicht finden. Bevor die Ermittler sich einen Reim auf die Sache machen können, tauchen jedoch noch weitere Leichen auf.
Neben den Ermittlungen kämpft Kluftinger mit gesundheitlichen Problemen. Er ist fest davon überzeugt, schlimme Herzprobleme zu haben. Sein Arzt und zudem gehasster Mitbürger Dr. Langhammer verordnet eine gesündere Lebensweise und mehr Bewegung. Das birgt jedoch Probleme für den Alltag von Kluftinger. Sei es das Essen zu Hause oder mit den Kollegen.

Wie schon in einem vorherigen Beitrag erwähnt, handelt es sich um mein erstes Buch von Klüpfel und Kobr. Bücher, die in Deutschland spielen, haben es bei mir immer etwas schwer. Nele Neuhaus war immer eine Ausnahme, aber inzwischen lese ich die Bücher auch nicht mehr so gerne. Trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben, denn die beiden Autoren wirkten auf der Frankfurter Buchmesse sehr sympathisch. Außerdem lag das Buch schon auf meinem SuB, also sollte es zumindest angelesen werden.
Bereut habe ich meine Entscheidung keine Seite lang. Kluftinger ist ein ziemlich individueller, eigensinniger Charakter, ein echtes Original eben. Wenn man ihm als Mensch begegnen würde, wäre das sicher teilweise kompliziert, aber als Romanfigur ist er fantastisch. Ich mag seine leicht verwirrte Art, durch die er sich immer wieder in seltsame Situationen bringt.
Neben Kluftinger erscheinen die anderen Charaktere fast ein wenig farblos. Trotzdem hat mit die Figurenkonstellation gut gefallen. Sei es die Familie Kluftinger oder die Arbeitskollegen bei der Polizei. Die Verstrickungen untereinander sind klasse dargestellt.

Da es mein erstes Buch der Reihe ist, ist der Fall für mich fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Und das hat er eigentlich gar nicht verdient, denn die Aufmachung von Klüpfel und Kobr ist wirklich gelungen.
Viele Spuren und einige Indizien sollen die Ermittler und den Leser in eine falsche Richtung locken. Am Ende wird dann jedoch eine andere Lösung präsentiert. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch das Ende der Geschichte verknüpft die privaten und beruflichen Sorgen von Kluftinger. Das hat mir nochmals gut gefallen.

Der Stil ist zudem etwas ganz Besonderes. Beim Lesen habe ich ein paar Mal laut gelacht und eine Stelle musste ich sogar meinem Freund und meiner Mitbewohnerin vorlesen, weil ich sie so gelungen fand. Die beiden Autoren schaffen es auf grandiose Weise, Kriminalgeschichte mit Humor zu verknüpfen.
Für die nächsten Bücher hoffe ich jedoch, dass dort mehr zu den anderen Charakteren – vor allem die Kollegen von Kluftinger – erzählt wird. Aber auch Einzelheiten zu dessen Sohn und Schweigertochter würden mich interessieren.

Das Buch gehört übrigens zur BUCHweltreise. Deutschland wurde damit offiziell auch bereist. 🙂

dsci1749

Klüpfel/Kobr – Herzblut (Droemer)

 

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2 Gedanken zu “Volker Klüpfel/ Michael Kobr – Herzblut

  1. Hallo! Herzblut kenne ich leider nicht, aber die ersten Romane der Reihe kann ich dir empfehlen. Gerade im ersten Band, in dem die meisten Charaktere eingeführt werden, kannst du mehr über diese erfahren. Also falls du einmal die Möglichkeit hast, dann hol dir „Milchgeld“. 🙂

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