Patricia Cornwell – Knochenbett

Kay Scarpetta hat eigentlich alle Hände voll zu tun, trotzdem soll sie als Zeugin vor Gericht erscheinen. Ein reicher, mächtiger Mann wird verdächtigt, seine Frau umgebracht zu haben. Doch von der Leiche fehlt jede Spur. Während Scarpetta sich auf den Prozess vorbereiten oder zumindest passend anziehen sollte, um pünktlich dort zu sein, wird sie zum Bostoner Hafen gerufen. Dort soll sie eine Frauenleiche bergen. Natürlich stellt sich die Frage, ob es sich um die Vermisste handelt.
Und dann ist da noch eine vermisste Paläontologin, die bei einer Ausgrabung spurlos verschwunden ist. Ein weiteres Rätsel, auf das es keine Antwort gibt.
Quasi nebenbei drängt sich dann noch ein weiterer Fall auf: Pete Marino wird verdächtigt, eine Frau umgebracht zu haben, mit der er einige Zeit lang getwittert hat. An dieser Stelle schaltet sich das FBI ein und macht Scarpetta das Leben um einiges schwerer. Hinzu kommen private Probleme, denn Scarpettas Ehemann Benton Wesley benimmt sich teilweise mehr als seltsam. Vermutet wird, dass dies mit seiner Arbeitskollegin zu tun hat, die anscheinend ein Auge auf ihn geworfen hat und das auch mehr als deutlich zeigt.

Wie man es von Patricia Cornwell kennt, lässt die eigentliche Handlung nicht lange auf sich warten. Wer ein bisschen Herumgeplänkel am Anfang und längere Ruhepausen erwartet, ist mit ihrer Reihe um Scarpetta wirklich falsch beraten. Auch in diesem Buch wird der Leser recht schnell und unvermittelt in die Geschichte geworfen. Die Verstrickungen, die die ganze Geschichte zusammenhalten. offenbart die Autorin jedoch erst am Schluss. Das macht die Geschichte spannend, aber größere Pausen beim Lesen sollte man nicht einlegen. Zumindest nicht länger als ein paar Stunden. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass es ansonsten schwer wird, wieder in die Geschichte einzusteigen.

Begonnen hat alles mit der vermissten Paläontologin, die am Anfang noch eine große Rolle einnimmt, aber dann immer weniger Platz innerhalb der Geschichte zugestanden bekommt. Das fand ich ein wenig schade, denn schließlich war sie der Auslöser für alles, was danach folgte. Ihre Geschichte wird am Ende aufgeklärt, aber mir hätte es gefallen, wenn ihr mehr Seiten Inhalt zugekommen wäre.
Ansonsten ist das Buch spannend und wirklich gut strukturiert. Dass so viele Details und so viele Ereignisse innerhalb kürzester Zeit hinzukommen, merkt man beim Lesen kaum. Zumindest bereitet es einem keine Schwierigkeiten, alles gedanklich zu erfassen.

Die Auflösung des Falls kam zugegebenermaßen recht überraschend und plötzlich. Da ging meines Erachtens nach auch ein kleiner Buch innerhalb der Geschichte vonstatten. Nicht vom Stil her, aber vom Erzählfluss. Schon vorher ging alles recht schnell, sodass diese Endszene meiner Meinung nach eher unglücklich eingeleitet wurde. Showdown hin oder her, eine Seite mehr hätte keinen Unterschied gemacht. Auch die Erklärung des Täters bzw. das Motiv dahinter fand ich in diesem Teil nicht so gut dargestellt. Es ist schlüssig, aber ich hätte mir etwas anderes erhofft.

Wie immer bei den Büchern von Patricia Cornwell war ich fasziniert von dem Gefüge an Charakteren, die dort zusammen agieren. Lucy wird wohl immer meine Lieblingsfigur bleiben. Zumindest die erwachsene  Version von Lucy. Aber auch Pete Marino, Benton Wesley, natürlich Kay Scarpetty und die Mitarbeiter am Institut und ihre Beziehungen untereinander sind klasse gezeichnet. Sie alle haben ihre Stärken und Schwächen und Patricia Cornwell versteht es fabelhaft, sie in Szene zu setzen.

dsci1751

Patricia Cornwell – Knochenbett (Goldmann)

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