Jussi Adler Olsen – Das Washington-Dekret

Zugegeben, als ich das Buch begonnen habe, wusste ich noch nicht, wie gut es zur aktuellen politischen Situation passen würde. Denn auch dort geschehen Ereignisse, die man noch vor ein paar Monaten als unrealistisch und weit hergeholt angesehen hätte. Natürlich geht das Buch mehrere Schritte weiter, aber leider erscheinen mir einige Aspekte davon nicht mehr so unrealistisch wie sie sein sollten.

Als seine Frau und das ungeborene Kind des neuen amerikanischen Präsidenten Bruce Jansen ermordet werden, scheint er mehr und mehr aus dem Gleichgewicht zu geraten. Er trifft Entscheidungen, die irrational und gefährlich erscheinen. Seine Berater und engsten Vertrauten können ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen, welches weitreichende Folgen für das Leben in Amerika hat. Das Washington-Dekret beinhaltet einfach zu viele Neuerungen, die das Land in ein totales Chaos stürzen.
Doggie Rogers ist eine Mitarbeiterin im Weißen Haus und steht nach dem Mord an Frau und Kind des Präsidenten in keinem guten Licht. Immerhin geschah das Attentat im Hotel ihres Vaters – einem Mann, der öffentlich dafür bekannt war, den Präsidenten zu hassen. Umso offensichtlicher erscheint es, dass er den Mord in Auftrag gegeben hat. Doch er beteuert seine Unschuld. Sie ist hingerissen zwischen Schuldgefühlen und dem Gedanken daran, dass sie ihrem Vater glauben sollte.

Das Buch ist von der ersten Seite an spannend, auch wenn die oben beschriebenen Ereignisse noch in ferner Zukunft liegen. In den ersten Kapiteln begleitet man einige Charaktere, die später eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen werden bei ihrem ersten Zusammentreffen. Wie schicksalhaft dieses Treffen ist, wird erst nach und nach deutlich, als sich die Ereignisse überschlagen.
Danach nimmt Jussi Adler Olsen sich einige Zeit, um die großen, wichtigen Aspekte der Geschichte vorzubereiten. Hier werden Zusammenhänge zwischen Charakteren und Ereignissen hergestellt. Danach folgt alles Schlag auf Schlag. Als Leser erfährt man eine Menge Details, da man natürlich viele Charaktere auf ihrer Reise begleitet. Trotzdem ist die Auflösung am Ende noch spannend. Und obwohl alles sehr schnell geht, finde ich die Handlungen nicht überstürzt. Es passte zur restlichen Geschichte. Hinzu kommt, dass es nach dem großen Knall am Ende noch ein Kapitel gibt, welches alles nochmals auf den Kopf stellt. In meinen Augen sit dieses Buch ein echtes Highlight, da das Buch sehr vielschichtig ist und trotzdem einfach zu lesen ist. Es gibt viele Charaktere und die Beziehungen untereinander, trotzdem fand ich beim Lesen immer, dass der rote Faden sichtbar war.

Doggie Rogers, um der es hauptsächlich geht in „Das Washington-Dekret“ ist sicherlich nicht meine Lieblingsprotagonistin. Nach und nach sind meine Gefühle für sie etwas freundlicher geworden, aber da gibt es andere Charaktere in der Geschichte, die es mir mehr angetan haben. Wahrscheinlich ist es ihre etwas selbstgerechte Art, die mich genervt hat. Trotzdem war die keine schlechte Protagonistin. In den richtigen Momenten war sie durchaus mutig und hat sich für das eingesetzt, was ihr wichtig war. So etwas mag ich.

Und das Buch zeigt ganz deutlich was passiert, wenn mächtige Menschen an der Spitze eines politischen Apparats Macht haben und diese auch nutzen, um ihre Ideen umzusetzen. Wie sinnlos, gefährlich oder idiotisch diese Ideen auch sein mögen.

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Jussi Adler Olsen – Das Washington-Dekret

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dtv
ISBN: 978-3-423-21573-2
Preis: 10,95 Euro

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