Alexander Oetker – Retour: Luc Verlains erster Fall (ein Aquitaine-Krimi)

Auf dieses Buch wäre ich wahrscheinlich erst einmal nicht aufmerksam geworden, wenn ich keine e-Mail mit dem Angebot eines Rezensionsexemplars bekommen hätte. Da es sich um einen Krimi handelt, der in Frankreich spielt, war ich natürlich sofort begeistert.

Luc Verlain ist Leiter der zweiten Pariser Mordkommission und er liebt das Leben dort. Das gute Essen, die Frauen, die Seine. Doch als sein Vater krank wird, zwingt ihn dies in seine Heimatstadt und er wird nach Bordeaux, in die Region Aquitaine versetzt. Statt der erwarteten Langeweile erwartet ihn jedoch kurz nach seiner Ankunft schon der erste Fall. Ein totes Mädchen liegt am Strand. Für diese Region ist es mehr als ungewöhnlich, dass so etwas passiert. Und dann sind da gleich zwei Frauen, die ihm gefallen und die anscheinend auch Gefallen an ihm gefunden haben. Zumindest langweilig wird es Luc Verlain an seinen ersten Tagen in der Heimat nicht.

Beim Wort „Frankreich“ haben sicher einige geschmunzelt, denn dieser Ländername fällt wahrlich oft auf meinem Blog. Gut gefallen hat mir, dass man direkt gemerkt hat, wie sehr der Autor Frankreich liebt. Das erwähnt er sogar am Ende des Buchs, aber auch ohne diesen Satz war es mir klar. Die vielen kleinen Liebeserklärungen an das Land sind zwar so eingebaut, dass sie nicht nerven, aber es fällt einem beim Lesen auf. Dass ein Teil der Geschichte in Paris spielt, fand ich natürlich grandios. Viele Ecken habe ich beim Lesen erkannt, sodass es nochmals ein ganz besonderes Erlebnis war, Luc Verlain zu begleiten.

Neben den kulturellen und sprachlichen Feinheiten hat mich aber auch der eigentliche Kriminalfall überzeugt.
Als ich gelesen habe, dass so schnell nach der Ankunft des Protagonisten schon ein Mord geschehen sein soll, war ich zunächst skeptisch. Oftmals wirken Geschichten, die so schnell den ersten Knall bringen müssen, zu konstruiert und gewollt. Hier passte es ganz hervorragend in die Geschichte. Es passte irgendwie zu Luc Verlain und seinem Leben, bei dem auch nicht immer alles geradlinig und geplant verläuft.
Außerdem lässt die Auflösung auf sich warten. Nach einer Weile war mir klar, wer der Täter sein wird, aber das hat mir das Lesevergnügen nicht genommen. Es war immer noch interessant, Verlain und seine Kollegen beim Kombinieren und Beweisesammeln zu beobachten.
Die Auflösung ist nicht spektakulär, dafür aber überzeugend aufgebaut. Auf das eigentliche Motiv war ich nämlich schon noch gespannt. Ich finde, das hat Alexander Oetker sehr gut rübergebracht. Insgesamt schafft er es, mit relativ wenig Worten viele Emotionen aufzubauen. Der Stil gefällt mir.

Als nächstes war ich dann skeptisch was die Liebschaften von Luc Verlain angeht. Meistens nervt mich so etwas schnell, da es mich langweilt. Die beiden Frauen sind jedoch sehr interessant und so unterschiedlich, dass es mich wieder fasziniert hat.

Wer Krimis und Frankreich liebt, sollte „Retour“ auf jeden Fall lesen. Nun hoffe ich, dass es weitere Teile um Luc Verlain geben wird und dass diese nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Vielen Dank an den  Hoffman und Campe Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

dsci1741

Alexander Oetker – Retour: Luc Verlains erster Fall (Hoffmann und Campe)

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6 Gedanken zu “Alexander Oetker – Retour: Luc Verlains erster Fall (ein Aquitaine-Krimi)

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