Henning Mankell – Die Brandmauer

Nach meinem [heute lese ich…]-Beitrag zu diesem Buch, wird es nun endlich auch Zeit für die richtige Rezi.

Zwei junge Mädchen greifen auf brutale Art und Weise einen Taxifahrer an. Zu ihrem Motiv schweigen sie. Dann kann eine der beiden aus dem Polizeigebäude fliehen und wird schlussendlich tot aufgefunden.
Ein Mann wird tot vor einem Bankautomaten gefunden. Alles deutet auf einen Herzanfall hin, doch dann verschwindet die Leiche aus der Pathologie und taucht genau vor dem Bankautomaten auf, vor dem der Tote schon einmal gefunden wurde.

Wallander und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel. Die beiden Fälle scheinen zusammenzuhängen, doch sie finden zunächst keine logischen Verknüpfungen. Neben beruflichen Sorgen quält Wallander sich mit allerhand Gedanken herum. Es geht hierbei nicht ausschließlich um seinen Job, sondern auch um Frauen und was er wirklich aus seinem Leben machen möchte.

Alle paar Monate wieder wird es Zeit, mit Wallander zusammen zu ermitteln. Keine Ahnung, wieso ich immer wieder auf Henning Mankell zurückkomme. Zu meinen Lieblingsautoren gehört er immer noch nicht.
Trotzdem reizt mich etwas an seinen Büchern, obwohl ich es nicht benennen kann. Vielleicht sind es die Fälle, die immer sehr unterschiedlich sind. Vielleicht die Charaktere, obwohl ich die meisten eher mittelmäßig interessant und Wallander stellenweise sogar als recht anstrengend empfinde.

Vielleicht reizt mich einfach, dass die Geschichten von Mankell genau so gerade irgendwo passieren könnten. Sie sind sehr authentisch und in vielerlei Hinsicht hat sich sogar nun schon stellenweise bewahrheitet, was in diesem Buch geschrieben steht. Menschen sind abhängig von Technik und das Weltwirtschaftssystem ist ein extrem empfindliches System, das auf kleinste Veränderungen reagiert.
Mir gefallen Bücher, die sich als gesellschaftskritisch herausstellen ohne dass es darum geht, mit erhobenem Zeigefinger daherzukommen.

„Die Brandmauer“ ist aber natürlich auch ein Krimi. Schön finde ich, dass der Autor ohne viel Blutvergießen ziemlich grausame Details heraufbeschwören kann. Insgesamt ist dieses Buch recht brutal, wenn man bedenkt, wie alt die Mädchen sind, die den Taxifahrer überfallen. Auch an diesem Punkt bringt Mankell etwas Kritisches ein: Wallander ist entsetzt darüber, dass Mädchen so etwas tun, dabei würde man es Jungs doch viel eher zutrauen. Eine Kollegin beschreibt dann, dass Mädchen inzwischen in manchen Hinsichten gleich oder schlimmer handeln als Jungs. Ich glaube, ich habe in der Vergangenheit irgendwo auch mal einen Artikel gelesen, der diese These stützt. Aber momentan erinnere ich mich nicht, wo ich den Artikel gelesen haben könnte.

Insgesamt handelt es sich um einen soliden Krimi, der wahrscheinlich den Aufdruck „typisch Mankell“ tragen könnte.

DSCI2137

Henning Mankell – Die Brandmauer (dtv)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s