Frank Schätzing – Limit

Nun ist es schon ein paar Tage (und zwei weitere gelesene Bücher) her, dass ich „Limit“ beendet habe. Momentan ist aber so viel los, dass ich zu nichts richtig komme. Dabei dachte ich, dass ich im Urlaub mehr schaffe. 😀 Na ja, kommen wir lieber zur Rezension:

Wir haben das Jahr 2025 erreicht. Die Öl- und Gasvorkommen auf der Erde spielen inzwischen eine untergeordnete Rolle seit auf dem Mond der Rohstoff Helium-3 entdeckt wurde. Dieser Rohstoff könnte die Energieprobleme der Erde lösen und ist dementsprechend begehrt. Bisher fördern die Amerikaner und die Chinesen auf dem Mond Helium-3. Doch die Amerikaner arbeiten mit Julian Orley, welcher einen  Aufzug zum Mond gebaut hat. Ein entscheidenter Vorteil also, da sie mehr von dem rohstoff fördern und zur Erde bringen können. Neben dem Abbau des Rohstoffs hat Orley zudem mit seiner Tochter Lynn ein Hotel auf dem Mond errichtet. Zusammen mit ein paar der reichsten Menschen startet er eine Reise dorthin. Das Ziel: Er würde gerne Investoren gewinnen.

Auf der anderen Seite begleitet der Leser Owen Jericho, einen Detektiv aus Shanghai. Dieser soll die Dissidentin Yoyo finden, welche plötzlich untergetaucht ist. Was zunächst nach einem recht einfachen Job klingt, wird schnell zu einem Albtraum. Denn die junge Chinesin ist nicht nur sehr anstrengend, sondern ist auch im Besitz  von Geheimnissen, die dazu führen, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Familie, Freunde und Bekannte nicht mehr sicher sind. Und ihr Gegner ist nicht nur skrupellos, sondern völlig emotionslos. Töten ist für ihn mehr ein Mittel zum Zweck. Die Bücher von Frank Schätzing sind wahrlich keine leichte Lektüre. Im doppelten Sinne. Einerseits sind die Werke aufgrund ihrer Seitenzahl wortwörtlich schwer, andererseits werden innerhalb der Geschichte mehrere Handlungsstränge geführt und sehr viele Charaktere vorgestellt. Größere Unterbrechungen, um zwischendurch ein anderes Buch zu lesen, sind fast nicht möglich.
Aus meiner Sicht wird man dafür aber trotzdem immer belohnt. „Limit“ erzählt zwei sehr unterschiedliche, sehr interessante Geschichten. Nun ja, eigentlich sind es mehr als zwei Geschichten, aber trotzdem sind allesamt spannend. Und vor allem liebe ich es, wie Frank Schätzing es schafft, am Ende alles zusammenzufügen. Für mich ist es große Kunst, dass man über so viele Seiten hinweg so eine komplexe Geschichte erzählen kann und am Ende weder Fragen offen bleiben oder man sich als Leser fragen muss, wieso dieser eine Handlungsstrang eingebaut werden musste.

„Limit“ ist darüber hinaus doppelt spannend, weil es nicht nur auf der Erde, sondern auch auf dem Mond spielt. Ich erinnere mich nicht, bisher schon Bücher gelesen zu haben, die dort spielen. Aus meiner Sicht also Neuland. Neben Informationen zum Mond schafft Frank Schätzing es auch, andere Fakten zu Teilen der Erde einzubauen, beispielsweise zu Äquatorialguinea. Faszinierend, was man alles lernen kann, wenn man einen Roman liest.
Neben der eigentlichen Geschichte beeindruckt „Limit“ vor allem durch die verschiedenen Charaktere. Vor allem diejenigen, die mit zum Mond gereist sind, könnten unterschiedlicher nicht sein. Julian Orley ist beispielsweise ein sehr charismatischer Mann, dem scheinbar alles leicht gelingt. Seine Tochter Lynn ist sein ganzer Stolz, da sie einfach perfekt zu sein scheint. Sie war beispielsweise für den Bau des Mondhotels verantwortlich. Leider kann sie mit dem Druck ihres Vaters nicht umgehen und wird im Laufe der Geschichte immer labiler. Eine Tatsache, die die anderen Gäste zwar merken, einzig ihr Vater aber nicht wahrhaben möchte. Auch Owen Jericho kämpft gegen seine inneren Dämonen, wird im Laufe der Zeit aber eher stärker. Und dann ist da noch Yoyo. Ein Charakter, der sehr kontrovers ist. Auf der einen Seite ist sie wie ein kleines Kind, das gerne möchte, dass alles nach seinem Willen abläuft und sich nach väterlicher Liebe sehnt. Auf der anderen Seite ist sie jedoch die starke Persönlichkeit, die sich für etwas Größeres einsetzt. Schwierig. Manchmal unerträglich, manchmal liebenswürdig.
Und dann ist da noch Carl Hanna. Ein Gast, der eigentlich gar nicht mit auf den Mond reisen sollte zunächst. Erst durch das Unglück eines anderen Nebencharakters wird er eingeladen. Hanna ist ein Einzelgänger, der jedoch sehr sympathisch wirkt. Auch er hat größere Ziele, die er auf dem Mond verwirklichen möchte. Dank ihm wird die Reise zum Mond spannender als jeder Gast es vermutet hätte und viele hätten auf Hannas Einsatz wohl auch  verzichten können.

Wer Zeit hat und kein Problem mit mehreren Handlungssträngen sowie vielen Charakteren hat, sollte dieses Buch lesen. Der Schreibstil ist übrigens eher nüchtern und sachlich gehalten. Passend zur Geschichte irgendwie. Mir hat das Buch auf jeden Fall gut gefallen.

Das Buch spielt zu einem großen Teil in China, weswegen es bei der BUCHweltreise für China eingetragen wird.

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WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

Fischer Verlage
ISBN: 978-3-596-18488-0
Preis: 9,99 Euro

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