Rupert Mattgey – Der Teufel in Thannsüß

Nachdem wir heute ungefähr acht Stunden in der Wohnung gearbeitet haben (Regale aufbauen, Laminat zu Ende verlegen usw.) möchte ich eigentlich nur noch ins Bett. Aber wie es halt so ist: es warten noch andere Aufgaben auf mich und da dachte ich, dass ich auch schnell noch was bloggen könnte.

Das Jahr 1956. Der junge Lehrer Erik Strauss wird zwangsversetzt und tritt seine Anstellung in Thannsüß an. Ein Dorf mitten im Nirgendwo, welches sich am Fuße des Grimboldgletschers befindet. Er soll jedoch nicht nur als Lehrer arbeiten, sondern auch Informationen über seinen Vorgänger Cornelius Piel sammeln. Dieser ist nämlich spurlos verschwunden, doch niemand möchte mit ihm darüber sprechen. Dann sind da noch bizarre Todesfälle, die ihn teilweise an seinem Verstand zweifeln lassen. Hinzu kommt, dass es im gesamten Dorf keine Kinder gibt.
Und dann ist da noch der Gletscher, der eine merkwürdige Anziehungskraft auf ihn ausübt. Erik geht davon aus, dort seinen vor Jahren verschollenen Vater zu finden, der Pilot war. Doch je mehr Erik nachforscht und je mehr Fragen er stellt, desto unbeliebter macht er sich bei den anderen Dorfbewohnern. Und die Frage aller Fragen ist, ob in Thannsüß der Teufel umgeht. Kann Erik seine Frau und sein ungeborenes Kind schützen, kann er überhaupt sich selber schützen?

Ich mag Horrorgeschichten, umso gespannter war ich allerdings auch, wie „Der Teufel in Thannsüß“ sein würde. Oftmals sind solche Geschichten weniger spannend als sie verkauft werden. Doch dieses Buch war wirklich gut. Ein abgelegenes Dorf mit seltsamen Bewohnern ist schon mal ein guter Einstieg. Wobei nicht alle gleich seltsam wirken. Der Pfarrer der Gemeinde und der Bürgermeister scheinen recht sympathische Charaktere zu sein. Gegen andere hatte ich direkt Vorbehalte, die sich größtenteils aber auch bestätigt haben. Dann kommt hinzu, dass es nur ein Telefon im Dorf gibt sowie begrenzte Stromressourcen, ein schwieriger Weg ins nächste Dorf. Das Drumherum bei der Geschichte stimmte hundertprozentig.
Erik Strauss ist als Protagonist dann noch genial gezeichnet. Neugierig, unnachgiebig und mit einem Talent gesegnet, sich in schlimme Situationen zu manövrieren. So endet fast jeder Tag für ihn in einer kleinen oder mittleren Katastrophe. Auf die ein oder andere Art.

Dass mit Thannsüß und den Bewohnern nicht stimmt, ist von Anfang an klar. Das Gefühl, dass Erik lieber sehr schnell verschwinden sollte, wird mit jeder Seite stärker. Nur der eigentliche Hintergrund ist unklar. Erst als Eriks Frau in Thannsüß auftaucht, nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf und wird mit jedem Schritt der beiden auswegloser.

Obwohl es sich um eine Horrorgeschichte handelt, fand ich den Stil nicht plump. Ich finde, so was hat man sonst relativ häufig bei solchen Büchern. Sätze, die nur darauf aus sind, zu beweisen, wie gruselig etwas ist. Rupert Mattgey hat es geschafft, eine Atmosphäre aufzubauen, bei der selbst eine Geburtstagsparty im Dorf wie ein schlechtes Zeichen wirkt. Jeder Satz, jede Handlung der Charaktere wird angezweifelt. Und das von Anfang an.

Ob der Teufel in Thannsüß umgeht, lasse ich unbeantwortet. Aber so viel kann ich versprechen: es lohnt sich, das Buch zu lesen.

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